Die Halbzeitpause des WM-Finals 2026 zwischen Spanien und Argentinien hat alle Dimensionen gesprengt. Statt der vorgeschriebenen maximal 15 Minuten dauerte die Unterbrechung satte 27 Minuten und 20 Sekunden. Damit verstieß die FIFA gegen Regel 7 des International Football Association Board (IFAB), wonach die Halbzeitpause grundsätzlich auf 15 Minuten begrenzt ist und eine Verlängerung nur im Ermessen des Schiedsrichters liegt. Schiedsrichter Slavko Vincic wurde jedoch offenbar nicht um Zustimmung gebeten.
XXL-Show mit Superstars
Die FIFA hatte bereits im Vorfeld eine opulente Show angekündigt. Nach dem Halbzeitpfiff fuhren die Fußballlegenden Ronaldo und Ronaldinho Pop-Ikone Madonna auf das zur Bühne umgestaltete Spielfeld des MetLife-Stadions in East Rutherford bei New York. Unter den Augen von FIFA-Präsident Gianni Infantino und US-Präsident Donald Trump traten die K-Pop-Band BTS, Justin Bieber und Dirigent Gustavo Dudamel mit Orchester auf. Auch Ted-Lasso-Darsteller Jason Sudeikis war Teil der Show und schickte Justin Bieber mit Gitarre aufs Feld. Shakira und Burna Boy, die bereits bei der Eröffnungsfeier performt hatten, traten ebenfalls auf. Den Abschluss bildete ein Kinderchor, der die Liebe beschwor.
Regelverstoß und Kritik
Die lange Pause stieß auf Kritik, insbesondere von Experten wie ZDF-Kommentator Per Mertesacker. „Ich glaube schon, dass das Verletzungsrisiko steigt. So krass aus dem Rhythmus rauszukommen“, sagte er. Die FIFA verteidigte die Show mit dem Hinweis auf die Verbindung von Fußball, Musik und sozialem Engagement. Ein Fonds zur Unterstützung von Bildungs- und Fußballprojekten soll 100 Millionen US-Dollar sammeln.
Glamour bereits vor dem Anpfiff
Schon vor dem Spiel hatten die Veranstalter Glamour aufgefahren: Post Malone, Robbie Williams, Jennifer Hudson und Nicole Scherzinger traten auf, und Tom Cruise hielt eine Rede über die Kraft des Fußballs. Coldplay-Frontmann Chris Martin, der die Show kuratierte, forderte die Fans auf Spanisch auf, mitzusingen und zu tanzen. Bereits bei der Klub-WM im Vorjahr hatte eine von Martin inszenierte Show 24 Minuten gedauert.



