Die Gruppenphase der Fußball-Weltmeisterschaft ist vorbei, und ab sofort gilt: Wer verliert, fliegt raus. Topstars wie Lionel Messi, Kylian Mbappé oder Harry Kane haben ihre Klasse bereits unter Beweis gestellt, während andere hoch gehandelte Teams enttäuschten. Ein Blick auf die Form der Titelfavoriten vor der K.o.-Runde.
Frankreich: Mbappé, Olise, Dembélé – die Stars liefern
Die Mission, Langzeittrainer und Erfolgsarchitekt Didier Deschamps mit einem WM-Titel zu verabschieden, ist erfolgreich angelaufen. Vor allem die Star-Offensive um Kylian Mbappé, Michael Olise und Ousmane Dembélé zeigte, dass sie das Attribut Weltklasse verdient hat. Auf ein 3:1 gegen Senegal folgte ein 3:0 gegen den Irak und schließlich ein 4:1 gegen Norwegen. Im Achtelfinale könnte Deutschland zum leidtragenden Opfer dieses Angriffs werden.
Argentinien: Der Kapitän in Titelform – Messi glänzt
Lionel Messi ist in absoluter Titelform. Zwei Spiele brauchte der Kapitän der Argentinier nur, um nun auch alleiniger WM-Rekordtorschütze zu werden. Im dritten Spiel ließ der bestens gelaunte Superstar anderen den Vortritt und traf dann trotzdem nach seiner Einwechslung – es war sein sechstes Tor bei dieser WM. Trainer Lionel Scaloni nutzte das vorzeitige Weiterkommen durch das 3:0 gegen Algerien und das 2:0 gegen Österreich zur Großrotation gegen Jordanien (3:1). Probleme? Null, im Gegenteil. Auch die Sorgen vor der WM um Torwart Emiliano Martínez nach dessen Fingerbruch waren umsonst. Die Weltmeister sind seit dem ersten Anpfiff im WM-Modus und wirken bereit für die Titelverteidigung.
Spanien: Dank Lamine Yamal – Europameister kommt in Fahrt
Na klar, das 0:0 zum Auftakt gegen Kap Verde war ebenso unerwartet wie peinlich. Doch es war auch ein Weckruf. Der Europameister ließ Saudi-Arabien im zweiten Spiel keine Chance und schoss dann auch noch Uruguay aus der WM. Laut Trainer Luis de la Fuente ist der lange verletzte Jungstar Lamine Yamal, der gegen die Saudis sein erstes WM-Tor erzielte, nun fit für 90 Minuten. Die erneute Verletzung von Nico Williams ist dagegen ein Rückschlag.
England: Kane trifft, Three Lions auf Kurs
Wohl dem, der einen Harry Kane hat. Bei den Three Lions ist alles auf den Bayern-Star ausgerichtet – und Kane liefert bislang. Mit drei Turniertoren hat er Gary Lineker als WM-Rekordtorschütze Englands abgelöst. Ansonsten hat das Team von Thomas Tuchel bislang aber nur einmal Glanz versprüht – im ersten Spiel gegen Kroatien. Insgesamt ist eine Steigerung nötig, soll es mit dem ersten WM-Titel seit 60 Jahren klappen.
Portugal: Weit entfernt von titelreifer Form
So einen starken Kader hatte Portugal bei einer WM noch nie. Doch spielerisch wie atmosphärisch passt bei Cristiano Ronaldo und seiner nachfolgenden Generation aus lauter Champions-League-Siegern (Vitinha, Joao Neves, Ruben Dias) bei diesem Turnier noch nicht viel zusammen. Nach dem glücklichen 0:0 gegen Kolumbien wurden die Portugiesen nur Gruppenzweiter. Vor allem dem Offensivspiel fehlen Tempo und Ideen.
Brasilien: Vinícius Júnior liefert – doch reicht das?
Der Rekordweltmeister gehörte diesmal von Anfang an nur zum erweiterten Favoritenkreis – und hat das bisher bestätigt. Dem zähen 1:1 zum Auftakt gegen Marokko folgten immerhin zwei souveräne Siege gegen Haiti und Schottland. Stürmerstar Vinícius Júnior hat in jedem Spiel getroffen und steht bei vier Toren. Die Stimmung im Team ist gut, auch dank des umsichtigen Trainers Carlo Ancelotti. Dennoch: Die Seleção wird sich weiter steigern müssen – schon jetzt gegen Japan.
Niederlande: Ungeschlagen, aber nicht zufrieden
Das Oranje-Team hat die Gruppenphase weitgehend mühelos überstanden. Zwei klare Siege gegen Schweden und Tunesien, ein Remis gegen Japan – eigentlich könnten sie in den Niederlanden zufrieden sein. Doch weil es defensiv noch Verbesserungsbedarf gibt, herrscht keine Euphorie. Offensiv ist die Elftal aber in Schwung. Nun wartet das brisante Duell mit Marokko, das viele Spieler hat, die ihre Karriere in der Ehrendivision begonnen haben.
Und Deutschland?
Die DFB-Elf startete stark und feierte beim 7:1 gegen Curaçao einen Traumstart ins Turnier. Das 2:1 gegen die Elfenbeinküste dank des Edeljokers Deniz Undav war dann aber schon mehr als mühsam. Es folgte der herbe Dämpfer beim 1:2 gegen Ecuador. Ob das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann auch gegen einen Titelkandidaten bestehen kann, muss es erst noch zeigen. Bei einem Sieg gegen Paraguay droht Frankreich als ein solcher im Achtelfinale.



