WM-Investorenpläne: UEFA beruft Krisensitzung ein – scharfe Kritik an Infantino
WM-Investorenpläne: UEFA beruft Krisensitzung – scharfe Kritik

Der europäische Fußballverband UEFA hat angesichts der umstrittenen Investorenpläne der FIFA für den Teilverkauf der Weltmeisterschaftsrechte eine Krisensitzung aller 55 Mitgliedsverbände für Donnerstagnachmittag einberufen. Dabei soll das weitere Vorgehen gegen das Vorhaben von FIFA-Präsident Gianni Infantino koordiniert werden. Die UEFA hatte zuvor bereits deutlich gemacht, dass sie die Pläne ablehnt.

FIFA plant Milliarden-Deal mit Investoren

Erst knapp zwei Wochen nach dem WM-Finale in den USA hatte die FIFA bekannt gegeben, einen Teil der kommerziellen Rechte an der Weltmeisterschaft an private Investoren verkaufen zu wollen. Dadurch erhofft sich der Weltverband eine Milliardensumme. Die Ankündigung stößt in der Fußballwelt auf breites Entsetzen.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf bezog klar Stellung: „Der Fußball muss eigenständig bleiben. Wir dürfen ihn nicht zum Spielball von Investoren machen. Die Akzeptanz der Fans dürfen wir nicht verlieren, aber wir sind auf dem besten Wege, diese Akzeptanz zunichtezumachen. Das halte ich für überaus problematisch und nicht zustimmungsfähig“, sagte Neuendorf im ZDF.

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Norwegen und La Liga schlagen Alarm

Die norwegische Verbandspräsidentin Lise Klaveness äußerte sich ebenfalls besorgt: „Wir sind zutiefst besorgt über die Entwicklung in der FIFA. Wir stellen uns hinter die Erklärung der UEFA in dieser Angelegenheit.“ Sie warnte vor den langfristigen Folgen: „Die Entwicklungen der letzten Tage können nicht isoliert verstanden werden. Wir haben über längere Zeit, in vielen verschiedenen Angelegenheiten, sowohl intern als auch extern, Besorgnis über zunehmend mangelhaft gewordene Prozesse in der FIFA-Führung zum Ausdruck gebracht.“

Dazu gehörten „fehlende Transparenz“ sowie die fehlende „notwendige Armlänge zu Staatschefs und externen Interessenten, die Entwicklungen des Fußballs beeinflussen wollen“. Der norwegische Verband werde sich nun einen vollständigen Überblick verschaffen und eng mit der UEFA zusammenarbeiten.

Javier Tebas, Präsident der spanischen Liga, richtete deutliche Worte an FIFA-Chef Infantino: „Die Wettbewerbe und kommerziellen Rechte der FIFA sind nicht das persönliche Eigentum von Infantino. Wer Politik, Disziplin, Geld und Macht ohne Transparenz miteinander vermischt, ist nicht geeignet, irgendetwas zu leiten. Infantino ist nicht die Lösung für die Führung der FIFA. Er ist das Problem.“

Spielergewerkschaft FIFPro lehnt Pläne ab

Kritik kommt auch von der internationalen Spielergewerkschaft FIFPro. Die europäische Abteilung der Interessenvertretung machte klar, dass sie Infantinos Pläne „nicht unterstützen“ werde. „Beunruhigend“ sei, „dass ein Projekt dieser Größenordnung weitgehend hinter verschlossenen Türen entwickelt und fast bis zur Einigung vorangetrieben wurde, ohne dass die am stärksten Betroffenen in nennenswertem Umfang einbezogen wurden“, hieß es in einer Stellungnahme vom Mittwoch.

Die FIFPro betonte, dass die Profis ein Mitspracherecht bei solchen Entscheidungen haben müssten. „Wir werden dies niemals unterstützen“, so die Gewerkschaft weiter.

Die Diskussion um den Teilverkauf der WM-Rechte zeigt einmal mehr die tiefe Spaltung zwischen der FIFA-Führung und den nationalen Verbänden sowie den Spielervertretungen. Die UEFA-Krisensitzung soll nun die europäische Position koordinieren und den Druck auf Infantino erhöhen.

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