Hunderte gedenken in Saarbrücken der Opfer von CSD-Anschlag
Hunderte gedenken in Saarbrücken der Opfer von CSD-Anschlag

Die Erschütterung über den Terroranschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin reicht bis ins Saarland. Hunderte Menschen versammelten sich am Montagabend in Saarbrücken, um ihre Anteilnahme zu bekunden und ein Zeichen gegen Hass und Hetze zu setzen. Die Veranstalter vom saarländischen Landesverband Queere Vielfalt (LSVD+ Saar) zählten mehr als 500 Teilnehmer auf dem Tbilisser Platz vor dem Saarländischen Staatstheater, der zum Zeichen der Solidarität bunt beleuchtet war.

„Mit über 500 Menschen hatten wir nicht gerechnet“

Vorstandsmitglied Sebastian Thul zeigte sich überwältigt von der großen Resonanz. „Mit über 500 Menschen hatten wir nicht gerechnet“, sagte er einer Mitteilung zufolge. „Wir trauern heute. Aber wir werden unsere Lebensweise nicht ändern.“ Die Stimmung sei von tiefer Betroffenheit, aber auch von Entschlossenheit geprägt gewesen.

Klares Zeichen gegen Hass und für Schutz queerer Menschen

Bildungs- und Kulturministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) verfolgte die Kundgebung und sprach in einem auf Instagram veröffentlichten Video von einem wichtigen Signal: „Die Menschen hier senden ein klares Zeichen gegen Hass, gegen Hetze und für den Schutz queerer Menschen.“ Die Polizei bestätigte die Teilnehmerzahl und berichtete von einem durchweg friedlichen Verlauf der Veranstaltung.

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Der LSVD+ Saar verurteilte den Anschlag auf das Schärfste. Vorstandsmitglied Julia Zimmermann betonte: „Wir verurteilen islamistischen Terror in jeder Form. Aber wir stellen nicht alle Musliminnen und Muslime unter Generalverdacht. Religion und Ideologie sind zwei verschiedene Dinge. Wir wissen aus eigener Erfahrung, was pauschale Zuschreibungen anrichten.“

Hintergrund des Anschlags in Berlin

Bei dem Terroranschlag am Samstag war der u.a. Tatverdächtige Abdul B. nach bisherigen Erkenntnissen mit einem Auto in eine Menschengruppe gefahren, die sich am Rande des CSD aufhielt. Anschließend soll er mit einer Machete weitere Personen attackiert haben. Eine Frau wurde getötet, 31 Menschen erlitten teils schwere Verletzungen. Abdul B. wurde am Sonntagabend von Polizisten erschossen, nachdem sie ihn gestellt hatten.

Die Tat löste bundesweit Bestürzung aus und führte in mehreren Städten zu Mahnwachen und Solidaritätsbekundungen. In Saarbrücken zeigte sich die queere Community besonders betroffen, da der CSD für viele ein Symbol der Freiheit und Selbstbestimmung ist.

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