Es war weit mehr als nur ein Tor: Als Schottlands Matchwinner John McGinn nach seinem entscheidenden Treffer zum 1:0-Sieg gegen Haiti jubelnd vor die Tribüne lief, galt sein erster Gedanke nicht dem ersten WM-Erfolg seiner Mannschaft seit 36 Jahren, sondern seinem Neffen Jack. Mit den Händen formte McGinn eine Brille vor seinem Gesicht – eine einfache, aber bewegende Geste.
Ein emotionales Zeichen für den Neffen
„Es bedeutet mir die Welt. Ich bin mir sicher, wenn er wieder in die Schule geht, werden all seine Mitschüler darüber reden“, sagte McGinn über das emotionale Zeichen für sein junges Familienmitglied, das von der Tribüne aus zusah. Der Neffe des umjubelten Matchwinners leidet an einer Sehschwäche und ist beim Fußballspielen auf eine Brille angewiesen. Gerade für Kinder könne das eine große Herausforderung sein, erklärte McGinn.
Unterstützung für Kinder mit Brille
„Wenn du jünger bist, ist das oft schwierig, weil du dich sozial ausgeschlossen fühlst. Deshalb will ich ihn so ein wenig unterstützen und ihm Kraft schicken“, hatte der Mittelfeldspieler seinen mittlerweile bekannten Torjubel einst erklärt. McGinn möchte mit seiner Geste allen Kindern Mut machen, die mit Brille Fußball spielen.
Vorfreude auf das nächste Spiel
Schon in der Nacht auf Samstag könnte McGinn seinen Neffen erneut stolz machen. Dann fordert Schottland, das noch nie die Gruppenphase bei einer WM überstehen konnte, die klar favorisierten Marokkaner heraus. Weil sich Brasilien und Marokko zum Auftakt 1:1 trennten, führen die „Bravehearts“ die Gruppe C sogar an. „Hoffentlich stehen viele Kinder morgen auf und platzen vor Stolz“, sagte McGinn.
Die Geste des schottischen Nationalspielers zeigt, wie wichtig familiäre Unterstützung und das Überwinden von vermeintlichen Hindernissen sind. McGinn selbst betonte, dass er seinem Neffen und allen Kindern mit Sehschwäche Kraft geben möchte. Der Jubel mit der Brille ist zu einem Symbol geworden, das weit über den Fußball hinausreicht.



