Die junge Fraktion der mexikanischen Nationalmannschaft stellt sich Berichten zufolge gegen einen möglichen Ehreneinsatz von Torwart-Ikone Guillermo Ochoa im letzten Gruppenspiel der WM. Die aufstrebenden Spieler seien der Meinung, dass Entscheidungen ausschließlich auf der Grundlage der aktuellen Leistung und der sportlichen Planung getroffen werden sollten – erst recht bei einem WM-Turnier, bei dem jedes Detail den Weg in die K.o.-Runde beeinflussen könne.
Widerstand gegen Ochoa-Einsatz
Sollte es diesen Widerstand der nachrückenden Generation tatsächlich geben, wäre dies bemerkenswert, denn Ochoa ist eine Legende in Mexiko. Der 38-jährige Torwart bestritt 153 Länderspiele in über 20 Jahren für die Nationalmannschaft und steht vor seinem sechsten WM-Turnier. Bisher kam er jedoch nur 2014, 2018 und 2022 bei Weltmeisterschaften zum Einsatz. 2006 und 2010 stand er nicht im Tor.
Mexiko spielt in der deutschen Nacht auf Donnerstag (03.00 Uhr MESZ/Magenta TV) im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt gegen Tschechien. Der Mitgastgeber war als erste der 48 Nationen als Gruppensieger in das Sechzehntelfinale eingezogen. Beim 2:0 zum WM-Auftakt gegen Südafrika und beim 1:0 gegen Südkorea setzte Trainer Javier Aguirre auf den 26 Jahre alten Raúl Rangel von den Chivas aus Guadalajara.
Ochoas Zukunft nach der WM
Weder der mexikanische Verband noch Trainer Aguirre sollen auf die Berichte reagiert haben, schrieb die Zeitung „Publimetro“. Ochoa selbst hatte jüngst unter Tränen in einem FIFA-Interview angekündigt, dass er nach dieser WM seine Karriere beenden werde. „Ich sehe keinen Sinn mehr im Fußball. Ich sehe keinen Sinn mehr darin, weiterzuspielen“, sagte er. Die Nationalmannschaft sei immer sein Kompass gewesen, doch nun gehe diese Zeit zu Ende.
Ob Ochoa gegen Tschechien seinen Auftritt bekommt, bleibt abzuwarten. Die junge Fraktion des Teams scheint jedenfalls nicht bereit, ihm aus sentimentalen Gründen einen Platz zu überlassen. Für Mexiko geht es im letzten Gruppenspiel darum, die Tabellenführung zu verteidigen und optimal in die K.o.-Runde zu starten.



