Kommentar von BILD-Sportchef Henning Feindt: Darum geht es bei der WM wirklich
Solchen Jubel wollen wir auch bei der WM sehen: Kai Havertz (27, l.) bejubelt seinen Treffer zum 1:0 im letzten WM-Test gegen die USA mit DFB-Kollege Felix Nmecha (25). Im Hintergrund freut sich auch Jonathan Tah (30) mit.
Heute um 19 Uhr startet Deutschland endlich in die WM – und es kann alles nur besser werden als zuletzt. 2018 in Russland und 2022 in Katar blamierte sich die Nationalelf jeweils mit einem Aus in der Vorrunde. Die Folge: Die Titelhoffnung ist vergleichbar mit der Stimmung in Deutschland – ziemlich am Boden. Was für eine Riesenchance! Macht uns wieder schwarz, rot, stolz, liebe Nationalspieler.
In Zeiten von wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Dauerkrisen lechzen die Menschen nach einer anderen Grundstimmung. Nach Freude, Zusammenhalt und einem Grund, gemeinsam zu feiern. Der Fußball kann das sofort erzeugen – für Mexiko hat es im Eröffnungsspiel gegen Südafrika (2:0) gerade mal acht Minuten gedauert.
Macht uns schwarz, rot, stolz! Unser Gegner Curaçao hat so viele Einwohner wie Paderborn: rund 160.000. Es geht (bei allem Respekt!) nicht darum, OB wir gewinnen, sondern WIE. Als Einheit, in der sich einer für den anderen zerreißt. Dann steht das Land sofort hinter euch!
Bundestrainer Julian Nagelsmann hat lange ein Ihr-gegen-mich- statt Wir-Gefühl vorgelebt, unnötig Kritiker, Fans und eigene Spieler (Undav) attackiert. Seit der WM-Nominierung hat er die Kurve gekriegt – und aus der darf er jetzt nicht rausfliegen.
Neun Spiele in Folge hat die Nationalelf vor der WM gewonnen. Macht einfach so weiter. Macht uns schwarz, rot, stolz!
„Verspüre keine Euphorie“: DFB-Legenden über Nagelsmann-Team



