Die Fußball-Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA ist in vollem Gange, doch nicht nur die Leistung der deutschen Nationalmannschaft sorgt für Frust. Neben großen Ärgernissen wie Fifa-Boss Gianni Infantino oder dem knappen Scheitern des DFB-Teams sind es oft die vermeintlichen Kleinigkeiten, die den Fans auf die Nerven gehen. Ein Überblick über sieben nervige Phänomene dieser WM.
1. Hydration Break – Werbung bei 19 Grad
Einst waren 90 Minuten purer Fußball das Ideal. Doch nun unterbrechen Schiedsrichter das Spiel um die 22. und 67. Minute für sogenannte Hydration Breaks – selbst bei 19 Grad und leichter Bewölkung oder in klimatisierten Stadien. Offiziell dienen sie der Erholung der Spieler, doch in Wahrheit geht es um Werbegelder. Diese Pausen, die bei Temperaturen über 28 Grad nachvollziehbar sind, haben den Spielfluss zerstört und die Stadionstimmung gedämpft.
2. Dauerschleife: DJ Ötzi, Macarena und Bon Jovi
Die Hydration Breaks haben eine weitere Schattenseite: Die Übertragungen schalten eine Minute vor Wiederanpfiff zurück ins Stadion und bespielen die Fans mit drei Liedern in Endlosschleife. DJ Ötzi bettelt um „Baby“, der 90er-Klassiker „Macarena“ läuft, und „Livin’ on a Prayer“ von Bon Jovi wird am häufigsten gespielt. Die Hoffnung, dass die unerträgliche Beschallung endet, bleibt unerfüllt.
3. Promi-Paparazzi statt Fußball
Wenn Spanien spielt, sind Javier Bardem und Penélope Cruz häufiger im Bild als die Stars Lamine Yamal und Rodri. Die Regisseure werden zu Paparazzi und blenden ständig Prominente ein – von Will Smith bis Taylor Swift. Traumtore werden zur Nebensache, während TikToker mit wenigen Followern oder Influencerinnen mit zweifelhaften Fußballverbindungen im Fokus stehen.
4. Stimmungsbetteln bis zur Schulterverrenkung
Kaum ist die Partie eine Minute alt, fordern Spieler nach jedem Zweikampf wild mit den Armen rudernd die Zuschauer auf, Stimmung zu machen. Dieses Betteln um Fan-Unterstützung ist völlig inflationär und oft unpassend. Die einzigen, die bei dieser WM rudern dürfen, sind die norwegischen Spieler und Fans – aber kaum ein Profi hält sich daran.
5. 215 Menschen auf dem Spielfeld
Vor dem Achtelfinale zwischen Brasilien und Norwegen im MetLife-Stadion zählten aufmerksame Zuschauer 215 Personen auf dem Rasen: Kinder mit Fahnen, Spieler, Ersatzspieler, Schiedsrichter, Trainer, Physiotherapeuten, Ballbringer und Pyro-Halter. Der Platz glich einem Flughafen zu Ferienbeginn. War Fußball nicht einmal ein Spiel elf gegen elf?
6. Kapitänsregel außer Kraft
Eigentlich sollte die Kapitänsregel Diskussionen und Rudelbildungen verhindern: Nur der Kapitän darf mit dem Schiedsrichter sprechen. Doch bei dieser WM ist die Regel quasi außer Kraft. Bei jedem Pfiff bildet sich ein testosterongeladenes Rudel, das auf den Unparteiischen einredet – selbst während des Videobeweises.
7. Fünf Video-Assistenten, aber einer muss stehen
Die Schiedsrichter haben es schwer – nicht nur wegen der ständigen Kritik. Vor dem Anpfiff wird der Videokeller eingeblendet, der einem White House Situation Room gleicht. Fünf Schiedsrichter tummeln sich vor den Monitoren, aber nur vier dürfen in bequemen Bürostühlen sitzen, einer muss stehen. Dieses Detail nervt – wie so viele vermeintliche Kleinigkeiten bei dieser WM.



