Der kapverdische Nationaltorhüter Vozinha, mit bürgerlichem Namen Josimar Dias, ist auch Monate nach der Weltmeisterschaft 2026 ein absolutes Phänomen. Der 38-jährige Keeper, der mit seinen Paraden maßgeblich zum überraschenden Erfolg seiner Mannschaft beitrug, genießt plötzlich eine ungeahnte Popularität – selbst im Alltag wird er nun erkannt und beklatscht.
Vom Unbekannten zum Volkshelden
Vor der WM war Vozinha außerhalb seiner Heimat und des portugiesischen Fußballs weitgehend unbekannt. Doch nach seinen herausragenden Leistungen im Turnier, bei dem Kap Verde bis ins Achtelfinale vordrang, änderte sich schlagartig alles. „Ich kann nicht mehr unbemerkt einkaufen gehen“, erzählte Vozinha in einem Interview. „Die Leute kommen auf mich zu, wollen Selfies und klatschen mir einfach so Applaus. Das ist verrückt.“
Besonders in Erinnerung blieb seine spektakuläre Parade im entscheidenden Gruppenspiel gegen einen Favoriten, die Kap Verde den Einzug in die K.o.-Runde sicherte. Diese Szene wurde in den sozialen Medien millionenfach geteilt und machte den Torhüter über Nacht zum Star.
Ein Leben im Rampenlicht
Der plötzliche Ruhm hat sein Leben grundlegend verändert. Vozinha, der zuvor bei einem unterklassigen Verein in Portugal spielte, erhielt zahlreiche Angebote von größeren Clubs. „Mein Agent hat alle Hände voll zu tun“, scherzte er. „Aber ich bleibe bescheiden und konzentriere mich auf das, was ich am besten kann: Tore verhindern.“
Die WM 2026 war für Kap Verde eine historische Premiere. Das kleine Inselstaat im Atlantik qualifizierte sich erstmals für ein großes Turnier und sorgte mit erfrischendem Offensivfußball für Furore. Vozinha war dabei der Rückhalt, der dem Team die nötige Sicherheit gab. „Ohne ihn wären wir nicht so weit gekommen“, lobte Trainer Pedro Brito. „Er hat uns in entscheidenden Momenten gerettet.“
Applaus auf der Straße
Die Anerkennung beschränkt sich nicht nur auf das Stadion. Auf den Straßen seiner Heimatstadt wird Vozinha immer wieder von Fans erkannt. „Ich war im Supermarkt, und plötzlich fingen die Leute an zu klatschen. Das war so surreal“, erinnert er sich. „Ich fühle mich geehrt, aber auch etwas überfordert. Ich bin doch nur ein Torwart, der seinen Job macht.“
Seine Popularität hat auch positive Effekte: Der kapverdische Fußballverband meldet einen deutlichen Anstieg der Mitgliederzahlen, und immer mehr Kinder träumen davon, so zu werden wie Vozinha. „Das ist das Schönste daran“, sagt er. „Wenn ich sehe, wie die Kleinen mit selbstgebastelten Handschuhen im Garten stehen und versuchen, meine Paraden nachzumachen – das ist unbeschreiblich.“
Ob Vozinha seinen Lauf bei der nächsten WM fortsetzen kann, bleibt abzuwarten. Mit 38 Jahren ist er nicht mehr der Jüngste, aber er fühlt sich fit und motiviert. „Solange der Körper mitmacht, will ich weitermachen. Fußball ist mein Leben, und ich liebe es, für mein Land zu spielen.“ Bis dahin genießt er den Applaus – ob im Stadion oder an der Supermarktkasse.



