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WM-Gruppe E aus Sicht dreier Jugendlicher
»Auf Curaçao sagt man: De bal is rond« – Die DFB-Elf trifft in der Vorrunde auf die Teams aus Curaçao, der Elfenbeinküste und Ecuador. DEIN SPIEGEL sprach mit fußballbegeisterten Jugendlichen aus diesen Ländern über die Chancen und Stars ihrer Nationalteams. Protokolle: Marco Wedig, Deborah Weber und Pelle Kohrs • 14.06.2026, 20.45 Uhr • aus DEIN SPIEGEL 6/2026
Robin, 15, aus Willemstad (Curaçao)
»Es war schon fast vier Uhr morgens, aber ich war hellwach und konnte den Fernseher einfach nicht ausschalten. Die Nachspielzeit des entscheidenden Qualifikationsspiels lief bereits. Es stand 0:0. Ein Unentschieden würde uns reichen. Plötzlich bekam Jamaika einen Elfmeter. Doch der wurde vom VAR zurückgenommen. In dem Moment dachte ich: Wir können das wirklich schaffen! Kurz darauf war das Spiel aus – und Curaçao erstmals für eine WM qualifiziert. Ich will selbst mal Fußballprofi werden und war daher zum Zeitpunkt des letzten Quali-Spiels in den Niederlanden für Probetrainings bei Almere City und Vitesse Arnheim. Von der großen Feier auf Curaçao habe ich deswegen nicht viel mitbekommen. Der Jubel war wohl riesengroß. Alle bekamen einen halben Tag frei. Und alle sind froh, dass es in unserem Land Fortschritte im Fußball gibt.
Unsere WM-Gruppe ist zwar echt hart, aber in den Niederlanden und auf Curaçao sagt man: De bal is rond. Das bedeutet so viel wie: Alles ist möglich. Der große Star unserer Mannschaft ist Leandro Bacuna. Wie alle anderen Spieler des Teams hätte er die Möglichkeit, auch für die Niederlande zu spielen, weil wir zu einem Königreich gehören. Aber Leandro hat immer an Curaçao geglaubt. Unser Land hat nur rund 150.000 Einwohner. Jede und jeder kennt über ein paar Ecken die Nationalspieler oder ist mit einem von ihnen verwandt. Wir fühlen uns dem Team daher sehr verbunden.«
Deutschland vs. Curaçao: Sonntag, 14. Juni, 19 Uhr
Alassane, 14, aus Gagnoa (Elfenbeinküste)
»Dass unser Land an der WM teilnehmen darf, ist eine Ehre. Nicht nur für alle Spieler aus der Mannschaft, sondern auch für mich persönlich. Ich bin Fußballfan und spiele selbst im Mittelfeld. Mein Traum ist es, eines Tages Profifußballer zu werden. Bis dahin feuere ich unser ivorisches Team an. Ich werde die WM entweder zu Hause oder bei Freunden gucken. Die Spiele, bei denen unser Team antritt, werden auf RTI übertragen. So heißt der staatliche Rundfunksender der Elfenbeinküste. Die Weltmeisterschaft ist für unser ganzes Land ein riesiges Event. Selbst diejenigen, die sonst keine Fußballfans sind, feiern die WM.
Ganz Afrika liebt Fußball. Und diese WM hat für uns einen besonders hohen Stellenwert. Das liegt daran, dass in diesem Jahr neun afrikanische Länder dabei sind – mehr als jemals zuvor bei einer Weltmeisterschaft. Ich bin gespannt, wie sich unser Team in diesem Jahr schlägt. Ich tippe darauf, dass wir das Viertelfinale erreichen. Vielleicht gewinnen wir sogar. Immerhin ist die ivorische Nationalmannschaft stark. Die Spieler kombinieren Technik und Tempo. Als beste Spieler gelten Amad Diallo, der bei Manchester United unter Vertrag ist, und Christ Inao Oulaï.«
Deutschland vs. Elfenbeinküste: Samstag, 20. Juni, 22 Uhr
Tomás, 14, aus Quito (Ecuador)
»Bei uns in Ecuador ist die Vorfreude auf die Weltmeisterschaft groß. Viele Leute hier lieben Fußball. Ich spiele schon seit meinem fünften Lebensjahr. Meine Position ist das zentrale Mittelfeld. Dort hat auch Toni Kroos gespielt. Ich schaue mir viel ausländischen Fußball an, etwa die Champions League und die Bundesliga.
Der Verein, von dem ich Fan bin, heißt Liga de Quito. Quito ist die Hauptstadt von Ecuador und meine Heimatstadt. Ich besuche hier die Deutsche Schule. Dort sprechen wir nicht nur Spanisch, sondern auch Deutsch und Englisch. An meiner Schule gibt es viele Lehrerinnen und Lehrer aus Deutschland. Sie würden sich freuen, wenn es das deutsche Team ins Sechzehntelfinale schafft. Aber in der Gruppenphase könnte Ecuador gegen Deutschland gewinnen. Wir haben eine starke Mannschaft mit vielen guten Spielern wie Moisés Caicedo vom FC Chelsea. Meine Erwartungen an das Team sind groß: Wenn es gut läuft, können wir es bis ins Viertelfinale schaffen, vielleicht sogar noch weiter.
Ich werde die WM-Spiele zusammen mit meinen Eltern, Geschwistern und Großeltern ansehen. Mein Hund wird auch dabei sein. Er heißt Toño, nach Antonio Valencia. Das war ein ecuadorianischer Fußballprofi, der für Manchester United gespielt hat.«
Ecuador vs. Deutschland: Donnerstag, 25. Juni, 22 Uhr



