DFB-Fans zeigen ihre WM-Rechnungen
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko wird für viele Fans zur teuren Angelegenheit. Während der britische Lehrer Andy Milne (62) für rund 400.000 Euro sein Haus verkaufte, um die englische Nationalmannschaft live zu sehen, greifen auch deutsche Fans tief in die Tasche. Die BILD hat mehrere Anhänger des DFB-Teams nach ihren Ausgaben befragt.
Fanklub „Deutsche Kartoffeln auf die 1“
Jan (33) aus Köln und Dennis (34) aus Berlin gründeten mit Freunden einen offiziellen DFB-Fanklub, um an Tickets zu kommen. Der Name „Deutsche Kartoffeln auf die 1“ spielt auf das Lieblingsgericht von Florian Wirtz an. Die Gruppe besitzt Karten für alle drei Gruppenspiele sowie die „Follow-your-team“-Option für mögliche K.o.-Spiele. Bis zum Halbfinale zahlt jeder rund 2.000 Euro für Tickets. Für das Finale zahlte Dennis nur 60 Euro per Verlosung, während Jan rund 4.000 Euro berappen muss.
Die Reise war früh geplant: Flüge kosten 1.500 Euro pro Person, Hotels rund 80 Euro pro Nacht – bei 39 Tagen Turnierdauer über 3.000 Euro. Dazu kommen 1.000 Euro für Verpflegung und Unterhaltung, etwa ein 16-Dollar-Bier auf dem Fan-Fest. Gesamtsumme: bis zu 11.500 Euro pro Person.
Fans aus Tirol und Mexiko
Katharina (41) aus Deutschland und Erwin (51) aus Österreich waren beruflich in Houston und sparten sich so Flugkosten von 1.400 Euro. Die Tickets für das DFB-Spiel gegen Curacao kauften sie im Secondary Sale für 500 Euro pro Stück. Erwin besuchte zudem das Spiel Österreich gegen Argentinien in Dallas für 1.200 Euro. Gesamtsumme: bis zu 4.500 Euro pro Person.
Jenny (30) und Stefan (35) leben in Mexiko und reisten zu zwei Spielen. Tickets für das erste DFB-Spiel kosteten 550 Euro pro Person, für Algerien gegen Jordanien 350 Euro. Flüge und Hotels buchten sie im Paket für 1.000 Euro. Gesamtsumme: rund 1.900 Euro pro Person.
Superfan mit Mega-Programm
Florian (37) aus Berlin ist vier Wochen in den USA, Mexiko und Kanada unterwegs. Er besucht acht Spiele, darunter alle deutschen Partien sowie Spiele von Kolumbien, Marokko und Argentinien. Ticketpreise liegen zwischen 60 und 600 Dollar, Flüge kosten 3.000 Euro. Übernachtungen plant er mit 60 Dollar pro Nacht, Taschengeld mit 200 Dollar pro Tag. Gesamtkosten: rund 12.000 Euro.
Günstiger unterwegs
Marius (33) und Anne (32) aus Köln machten einen Roadtrip durch die USA und besorgten Tickets für Deutschland gegen Curacao. Flüge kosteten 1.000 Euro pro Person, Tickets 650 Euro. Gesamtkosten: 2.000 bis 3.000 Euro inklusive Unterkunft. Ihre Freunde Max (33) und Nathalie (29) aus North Carolina zahlten nur 200 Dollar für Flüge und 300 Dollar für die Unterkunft.
Hotelpreise und Stadionverpflegung
Eine Analyse der Reiseplattform vivido zeigt, dass die Hotelpreise in den Spielorten stark steigen. In Houston lagen die Durchschnittspreise bei 183 Euro pro Nacht – 30 Prozent über dem normalen Niveau. In Toronto und New York/New Jersey werden 203 Euro pro Nacht fällig, ein Aufschlag von 19 Prozent.
Auch die Verpflegung im Stadion ist teuer: In Houston kostete ein Bier (0,6 Liter) 14,05 Dollar, Wasser 6,35 Dollar, ein Hotdog bis zu 12,59 Dollar. Eine Combo mit zwei Getränken, zwei Hotdogs und zwei Chips schlug mit 50,20 Dollar zu Buche. Eine Ausnahme ist Atlanta: Dort hielt Arthur Blank, Inhaber der Atlanta Falcons, die Preise niedrig – ein Bier kostet nur 9,02 Dollar.



