Energie Cottbus hat sich die Dienste von Luca Erlein gesichert. Der 19-jährige Abwehrspieler kommt auf Leihbasis von Bayer Leverkusen und soll in der Lausitz Spielpraxis im Herrenbereich sammeln. Trainer Claus-Dieter Wollitz ist begeistert von dem U19-Nationalspieler und prophezeit ihm eine große Zukunft – bis hin zur A-Nationalmannschaft.
Der Cottbuser Coach richtet dabei eine klare Ansage an den neuen Bundestrainer Jürgen Klopp. „Ich bin davon überzeugt, dass er eine große Karriere machen kann. Perspektivisch gesehen denke ich, dass er beim DFB in Zukunft sogar eine riesige Chance hat, ein Statement zu setzen“, sagte Wollitz. Der 60-Jährige sieht in Erlein einen Spielertypen, der dem deutschen Fußball aktuell fehlt.
Ein Königstransfer für die Defensive
Für Energie Cottbus ist die Verpflichtung von Erlein ein echter Königstransfer. Das Abwehr-Talent wechselte erst in der vergangenen Woche für rund zwei Millionen Euro von der TSG Hoffenheim zu Bayer Leverkusen und wird nun direkt an die Lausitzer verliehen, um Spielpraxis zu sammeln. Dass Leverkusen für den damaligen Hoffenheimer zwei Millionen Euro investierte, unterstreicht die hohen Erwartungen an den Nachwuchsspieler.
Bei der U19-Europameisterschaft stand Erlein für Deutschland in allen Partien über die volle Distanz auf dem Platz – darunter auch im Finale gegen Spanien, das mit 0:2 verloren ging. Der 19-Jährige gehörte damit zu den Stammkräften des DFB-Nachwuchses und sammelte wertvolle Erfahrung gegen internationale Top-Talente.
Wollitz betont, dass er die Junioren-EM intensiv verfolgt hat. „Ich habe fast alle Spiele gesehen“, erklärt er. Seine Schlüsse daraus? Erlein sei ein Spieler, der das Spiel versteht und auf mehreren Positionen eine Verstärkung darstellt.
Flexibel einsetzbar – mit klarer Präferenz
Der 19-Jährige bringt eine seltene Flexibilität mit: Er kann in der Innenverteidigung, auf der Sechs, als Rechtsverteidiger und auf der linken Seite spielen. Diese Vielseitigkeit macht ihn für Wollitz besonders wertvoll. „Er ist so schnell, beidfüßig und bringt dazu eine hohe Spielintelligenz mit“, schwärmt der Trainer.
Doch trotz aller Optionen hat Erlein eine klare Lieblingsposition. „Am wohlsten fühlt er sich in der Innenverteidigung, da werde ich ihn auch spielen lassen“, kündigt Wollitz an. Der Trainer sieht keinen großen Unterschied zwischen Innenverteidigung und Sechser-Position, solange der Spieler über so viel Fußballintelligenz verfügt. Auch das harte Passspiel des Neuzugangs hebt Wollitz hervor: „Er ist beidfüßig, schnell und verfügt über ein sehr hartes Passspiel.“
Wollitz traut Erlein den Sprung zu den Profis zu
In Cottbus soll Erlein nun den nächsten Schritt im Männerfußball machen. Nach dem Wechsel aus Hoffenheim zu Leverkusen geht es für das Talent zunächst darum, regelmäßig Einsatzzeit zu bekommen. Die Lausitzer bieten ihm dafür das passende Umfeld – und Wollitz ist überzeugt, dass Erlein das Zeug dazu hat, sich auch auf höherem Niveau durchzusetzen.
Die Ansage an Jürgen Klopp ist dabei unmissverständlich: Wollitz sieht in Erlein einen künftigen Nationalspieler. „Wenn wir die Weltmeisterschaft gesehen haben, habe ich dort keinen guten Sechser gesehen. In meiner Welt fehlt den aktuellen Spielern auf dieser Position einiges, was er mitbringt“, so der Coach. Ein deutlicheres Lob kann es kaum geben.
Für Energie Cottbus bedeutet die Verpflichtung nicht nur sportlich einen Gewinn, sondern auch eine Bestätigung der eigenen Anziehungskraft für Top-Talente aus dem Nachwuchsbereich. Mit Erlein kommt ein Spieler, der bereits internationale Turniererfahrung gesammelt hat und nun im Herrenfußball ankommen soll. Die Leihgabe aus Leverkusen könnte sich als Glücksgriff erweisen – und Wollitz hat bereits klare Vorstellungen, wie er das Potenzial des 19-Jährigen auf den Platz bringt.



