ZDF verschläft WM-Eröffnung und erntet heftige Kritik
ZDF verschläft WM-Eröffnung – heftige Kritik

„Da guckst du erst mal in die Röhre, unfassbar“: Mit diesen Worten kommentierten Zuschauer den groben Fauxpas des ZDF bei der Übertragung der Eröffnungsfeier der Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Der Sender zeigte die Zeremonie mit erheblicher Verspätung und kassierte dafür viel Kritik im Netz.

Verspätete Übertragung und Werbepause

Das ZDF hatte die Zuschauer am Donnerstagabend knapp vier Stunden lang auf die WM eingestimmt. Ein aufwendiges Studiogespräch mit Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein und Jochen Breyer sowie den Experten Christian Streich, Per Mertesacker, Christoph Kramer, Fritzy Kromp und Thorsten Kinhöfer sollte die Vorfreude steigern. Doch dann die Ansage von Breyer kurz nach halb neun: „Unsere Runde ist komplett, wir machen jetzt eine kurze Pause und dann meldet sich Oli Schmidt mit der Eröffnungsfeier dieser 23. Fußball-Weltmeisterschaft.“ Was folgte, war keine kurze Pause, sondern ein schwerer Fehler.

Während das ZDF Werbung ausstrahlte, lief die Eröffnungsshow bei MagentaTV bereits seit mehreren Minuten. Rund sieben Minuten verpassten die ZDF-Zuschauer, darunter die Auftritte von Danny Ocean und Lila Downs. Dies lag auch daran, dass die Fifa die gut 20-minütige Zeremonie ungewöhnlich früh, nämlich bereits für 20.30 Uhr, angesetzt hatte.

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Protest in sozialen Medien

Bei MagentaTV war die Show schon weit fortgeschritten, als auf der Plattform X die ersten Beschwerden laut wurden. „Warum sendet das ZDF über zwei Stunden Vorberichte und zur Eröffnungsfeier der WM sendet man Werbung?“, fragte ein Nutzer. Ein anderer kommentierte: „Stell dir vor, die WM-Eröffnungsfeier läuft und in ARD und ZDF guckst du erst mal in die Röhre. Unfassbar.“

Während das ZDF sein Studio in Berlin-Mitte aufgebaut hatte, sendete MagentaTV direkt vom Spielfeldrand im Aztekenstadion. Moderator Johannes B. Kerner diskutierte dort mit den Experten Jürgen Klopp und Thomas Müller. Der Auftritt erhielt später viel Zuspruch in den sozialen Medien.

Weitere Patzer des ZDF

Doch nicht nur die verspätete Übertragung sorgte für Kritik. Auch die späte Brandrede von Christian Streich fasste den Abend des ZDF treffend zusammen. Nach Abpfiff des WM-Eröffnungsspiels zwischen Mexiko und Südafrika brachte der einstige Trainer des SC Freiburg auf den Punkt, warum die Fifa sich bei den Themen Ticketpreise oder dem abgewiesenen Schiedsrichter Omar Artan nicht gerade mit Ruhm bekleckert hatte. So richtig seine Kritik auch sein mochte, so holprig wirkte das Ganze, als Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein ihn berichtigte, dass der Schiedsrichter nicht aus dem Sudan, sondern aus Somalia stamme.

Streich war zwar eine Bereicherung für die Expertenrunde, konnte die vielen Fehler des ZDF allerdings nicht wettmachen. So wurden etwa an der falschen Stelle Einspieler platziert. Als ZDF-Reporterin Lilli Engels ihre Eindrücke aus dem deutschen Quartier schildern wollte, wurde plötzlich ein Video von der Pressekonferenz mit Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck gezeigt.

Höhepunkt live übertragen

Den Höhepunkt der Feier – den gemeinsamen Auftritt von Shakira und Burna Boy mit dem offiziellen WM-Song – übertrug das ZDF immerhin noch live. Dennoch bleibt der Ärger über die verpassten sieben Minuten und die anderen Patzer bestehen. Der Sender hat sich bisher nicht zu den Vorfällen geäußert.

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