Trauer um Johannes Krisch: Der österreichische Schauspieler, bekannt aus der Kultserie „Braunschlag“, zahlreichen „Tatort“-Folgen und preisgekrönten Kinofilmen, ist tot. Krisch starb am Montag in Wien im Alter von 59 Jahren. Das teilte das Theater in der Josefstadt mit. Wie die österreichische „Krone“ berichtet, erlag Krisch einer Krebserkrankung, mit der er seit längerer Zeit gekämpft hatte.
Vom Burgtheater bis nach Hollywood
Johannes Krisch galt als einer der prägendsten Schauspieler Österreichs. Über Jahrzehnte stand der Wiener auf den großen Bühnen des Landes – unter anderem als langjähriges Ensemblemitglied des Burgtheaters und des Theaters in der Josefstadt. Gleichzeitig begeisterte er Millionen Zuschauer mit Rollen im Fernsehen und Kino. Einem breiten Publikum wurde Krisch durch David Schalkos Kultserie „Braunschlag“ bekannt. Außerdem spielte er immer wieder im „Tatort“. International sorgte er 2008 mit seiner Hauptrolle im oscarnominierten Filmdrama „Revanche“ für Aufsehen. Der Film wurde 2009 als bester fremdsprachiger Film für einen Oscar nominiert.
Letzte Rollen und Bühnenauftritte
Zuletzt war Krisch 2022 im Film „Märzengrund“ als Aussteiger Elias zu sehen. Auf der Bühne feierte er große Erfolge – etwa als eigensinniger Metzger Karl Bockerer in Felix Mitterers Erfolgsstück „Der Bockerer“, der sich den Nationalsozialisten widersetzt. Auch in der Kult-Krimiserie „Kommissar Rex“ war Krisch zu sehen. Dort spielte er den Ex-Häftling Josef Nowak.
Bewegende Abschiedsworte
Der ehemalige Direktor des Theaters in der Josefstadt, Herbert Föttinger, verabschiedete sich mit bewegenden Worten. Krisch sei „einer der bedeutendsten Schauspieler seiner Generation“ gewesen. „Johannes Krisch besaß die seltene Gabe, Figuren nicht zu spielen, sondern sie im Augenblick zu erleben – und das Publikum daran teilhaben zu lassen“, sagte Föttinger. Mit seiner Intensität, Wahrhaftigkeit und Menschlichkeit habe er jede Rolle geprägt. Trotz seiner großen Erfolge blieb Krisch bodenständig. Auf die Frage, wie er sich auf seine Auftritte vorbereite, antwortete er einmal mit typisch österreichischem Schmäh: „Ich spuck' dreimal auf den Bühnenboden und klopf' auf Holz.“
Fünf Kinder und eine große Familie
Hinter der Bühne war Johannes Krisch vor allem Familienmensch. Er hinterlässt fünf Kinder: drei Söhne aus seiner ersten Ehe sowie einen Sohn und eine Tochter mit seiner zweiten Ehefrau, der Schauspielerin Larissa Fuchs. Krisch galt als liebevoller Vater, der seine Familie stets über seine Karriere stellte.
Ein Leben für die Schauspielkunst
Johannes Krisch wurde am 14. Dezember 1966 in Wien geboren. Seine Karriere begann er am Wiener Volkstheater, bevor er ans Burgtheater wechselte. 2007 erhielt er den Nestroy-Theaterpreis als bester Schauspieler. Mit „Revanche“ schaffte er den internationalen Durchbruch. Der Film wurde auf der Berlinale 2008 uraufgeführt und brachte Krisch große Anerkennung. Er spielte in zahlreichen österreichischen und deutschen Produktionen, darunter „Der Fall des Lemming“, „Tatort: Baum der Erlösung“ und „Die Wunderübung“. Sein Tod hinterlässt eine große Lücke in der österreichischen Kulturlandschaft.



