Golf-Drama in Palm Beach Gardens: Lowrys schmerzhafter Blackout
Es waren Szenen, die Golffans weltweit in Entsetzen versetzten. Am Sonntagabend in Palm Beach Gardens erlebte der irische Golf-Star Shane Lowry einen der schmerzhaftesten Zusammenbrüche seiner Karriere. Beim mit 9,6 Millionen US-Dollar dotierten Cognizant Classic auf dem PGA National‘s Champion Course verspielte der 38-Jährige eine haushohe Führung auf den letzten drei Löchern – ein regelrechtes Drama, das selbst erfahrene Kommentatoren sprachlos machte.
Die Ausgangslage: Drei Schläge Vorsprung vor der Bear Trap
Nach 68 von 72 gespielten Löchern ging Shane Lowry mit drei Schlägen Vorsprung auf den Kolumbianer Nicolás Echavarría in die berüchtigte Bear Trap. Diese drei Löcher (15 bis 17) gelten als die gefürchtetsten auf dem gesamten Champion Course. Auf Bahn 15 spielte Lowry zunächst solide Par und verteidigte seinen Vorsprung. Doch was dann folgte, war ein kompletter mentaler Zusammenbruch, wie man ihn bei Top-Profis nur äußerst selten erlebt.
Der Absturz: Zwei verheerende Fehler in Folge
Der Abschlag auf Bahn 16 landete trotz vorsichtiger Eisenwahl im Wasser. Lowry, Weltranglisten-27., blickte fassungslos zu seinem Caddie. Die Konsequenz: Ein Double-Bogey und nur noch ein Schlag Vorsprung. Währenddessen lochte Rivale Echavarría auf Bahn 17 einen langen Birdie-Putt und erhöhte den Druck weiter. Bei Lowry lief plötzlich gar nichts mehr zusammen. Auch der nächste Abschlag auf Bahn 17 fand erneut den Weg ins Wasser – wieder der verhängnisvolle Fade nach rechts. Ein weiteres Double-Bogey später war die Führung vollständig verloren.
Kommentator Stephan Gandl: „Das ist einfach grausam“
Magenta-Kommentator Stephan Gandl zeigte sich zutiefst erschüttert. „Das ist einfach grausam. Sowas habe ich noch nie erlebt. Am liebsten würde ich jetzt meine Kopfhörer absetzen und nach Hause fahren“, äußerte er live. Der Ryder-Cup-Gewinner von 2025 wirkte völlig konsterniert, ebenso wie sein Caddie und die anwesenden Fans. Lowry selbst gestand später: „Ich habe es weggeworfen“ und rätselte über die Ursachen seiner plötzlichen Schwäche.
Die persönliche Tragödie: Die Tochter wartete am Grün
Besonders schmerzhaft war die Niederlage aus persönlichen Gründen. Am 18. Grün wartete Lowrys vierjährige Tochter Ivy. Noch nie hatte der Vater vor ihren Augen ein Turnier gewonnen – und ausgerechnet bei seinem Heimatturnier schien der perfekte Moment gekommen. „Das Schwierigste an heute ist, dass ich noch nie vor meiner 4-Jährigen gewonnen habe, und sie war da und hat auf mich gewartet“, sagte ein emotionaler Lowry. „Allein ihr kleines, rotes Haar über das 18. Grün laufen zu sehen, wäre das Schönste auf der Welt gewesen.“
Das Ergebnis: Geteilter zweiter Platz statt Triumph
Letztlich belegte Lowry gemeinsam mit den US-Amerikanern Taylor Moore und Austin Smotherman nur den geteilten zweiten Platz. Der Scheck über 726.400 US-Dollar dürfte sich wie eine bittere Niederlage angefühlt haben. Lowry hielt die Tränen zurück, seine Stimme verriet tiefe Enttäuschung. „So etwas ist mir noch nie passiert”, gestand er. Wenig später verließ er das Clubhaus – Hand in Hand mit seiner Tochter Ivy, für die der Sieg so nah und doch so fern gewesen war.



