Heftige Regengüsse und eisige Temperaturen prägten den Auftakt der "Amundi German Masters" auf dem berüchtigten Nordkurs in Winsen. Die grimme Eisheilige "Bonifatius" sorgte für einen Kaltstart bei dem mit 350.000 Euro dotierten Turnier der Ladies European Tour. Zwei deutsche Spielerinnen trotzten den widrigen Bedingungen auf der Green-Eagle-Anlage vor den Toren Hamburgs und übernahmen beim Heimspiel die Führung.
Esther Henseleit stark, aber Harm noch besser
Die aus Arizona eingeflogene Favoritin Esther Henseleit (27) holte am Morgen sogar die Pudelmütze hervor, doch ihre Schläger waren umso heißer. Die Lokalmatadorin vom Golfclub Falkenstein spielte vor den Augen ihrer Eltern und zahlreichen Freunden eine starke 66er-Runde (sieben unter Par). Die Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele von Paris schwärmte: "Der Platz ist in richtig gutem Zustand – wenn man bedenkt, dass hier vor zwei Monaten noch Schnee lag, ist das, was die Greenkeeper hier auf die Beine gestellt haben, wirklich beeindruckend. Es ist extrem schön zu sehen, wie viele Leute heute Morgen dabei waren und uns unterstützt haben – das Wetter war wirklich nicht gut, und trotzdem war vor allem auf den zweiten Neun jedes Loch vollgepackt mit Zuschauern."
Noch besser als Henseleit machte es jedoch Leonie Harm (28) vom St. Leon-Rot. Rocklegende Alice Cooper hatte den extrem langen Nordkurs einst "grünes Monster" getauft – Harm zog dem Monster eiskalt den Zahn. Die Stuttgarterin benötigte nur 65 Schläge (acht unter Par) und stellte damit einen neuen Platzrekord für Frauen auf. Dabei hatte sie gleich einen doppelten Kaltstart erlebt: Am Montag spielte sie noch in England, verpasste dort jedoch knapp die Qualifikation für die Women's U.S. Open. Am Dienstagmorgen flog sie von London nach Hamburg, doch ihre Golftasche mit den speziell gefertigten Schlägern blieb zunächst am Flughafen zurück – der Super-GAU für eine Profispielerin. Die Tasche wurde erst am Dienstagabend nachgesendet, sodass Harm keine richtige Proberunde absolvieren konnte. "Ich bin natürlich super, super zufrieden, wie das heute gelaufen ist", sagte Harm stolz.
Weitere Deutsche in den Top 10
Im Feld der 132 Spielerinnen schafften es weitere Deutsche in die Top 10: Laura Fünfstück (fünf unter Par), Helen Briem (vier unter Par) sowie Alexandra Försterling und Chiara Noja (beide drei unter Par). Am Freitag, dem Tag der "kalten Sophie", geht es in die zweite Runde. Sportbild.de überträgt von 14 bis 18 Uhr live.



