Handball-Spektakel in Bremen: DHB-Team siegt knapp gegen Ägypten
Vor 9.458 ausverkauften Plätzen in der Bremer ÖVB Arena sorgte die deutsche Handball-Nationalmannschaft für ein packendes Spiel. Bei frühlingshaften 14 Grad Außentemperatur und Sonnenschein entwickelte sich eine heiße Atmosphäre, die in einem knappen 34:33 (19:13)-Sieg gegen den Afrikameister Ägypten gipfelte. Es war bereits das zweite Torfestival innerhalb von 48 Stunden, nachdem das Team am Freitag in Dortmund mit 41:38 triumphierte.
Fußball-Legende Ailton als Handball-Neuling
Besonderes Augenmerk lag auf einem prominenten Gast: Bremens Fußball-Legende Ailton (52), bekannt als „Kugelblitz“, besuchte erstmals ein Handballspiel live. Während der Halbzeitpause warf er gemeinsam mit Torhüter-Oldie Silvio Heinevetter (41) bei Pro7 einige „eingeharzte“ Bälle aufs Tor. Ailton zeigte sich beeindruckt: „Es ist mein erstes Mal live in einer Handball-Halle. Die deutsche Nationalmannschaft ist sehr gut. Geiles Spiel, geile Stimmung, aber Fußball ist besser, vor allem ohne das klebrige Zeug.“
Geburtstagskind Mertens und defensive Stärke
Bundestrainer Alfred Gislason (66) hatte nach 38 Gegentoren am Freitag den Fokus auf die Defensive gelegt – mit Erfolg. Die Mannschaft, die mit 13 Silber-Helden antrat, zeigte sich in der ersten Halbzeit kompromisslos und ließ nur 13 Gegentore zu. Kapitän Johannes Golla (28/Flensburg) betonte: „Wir waren viel aggressiver und beweglicher, hatten viel mehr Blocks. Das war unser Ziel, denn im ersten Spiel waren wir da schlecht.“
Ein besonderes Highlight war Lukas Mertens (30), der auf der Bank seinen 30. Geburtstag feierte. Der als „Speedy“ bekannte Spieler kam später zum Einsatz und krönte seinen Ehrentag mit wichtigen Toren. Mertens freute sich: „Für mich ein schöner Tag, wer kann schon von sich behaupten, vor 10.000 Fans seinen 30. Geburtstag zu feiern? Aber ich freue mich jetzt auch auf die Familie.“
Heimspiel für Schluroff und spannender Schluss
Miro Schluroff (25/Gummersbach) nutzte sein Heimspiel in Bremen optimal aus und war vor der Pause bester Schütze. „Das ist eine mega coole Sache, dass ich in meiner Heimatstadt ein Länderspiel machen darf. Viele Freunde und Familie sind da“, so der begeisterte Schluroff. In der zweiten Hälfte ließ die deutsche Mannschaft etwas nach, doch nach einer Auszeit von Gislason raffte sich das Team wieder auf. Keeper David Späth (23) sicherte in den letzten sieben Minuten den knappen Sieg.
Ausblick auf WM-Testspiele
297 Tage vor dem Start der Heim-WM 2027 zeigt sich die DHB-Auswahl in guter Form. Mitte Mai stehen die nächsten Testspiele an: eine Neuauflage des EM-Finales 2026 gegen Triple-Champion Dänemark. Das Hinspiel gegen den Olympiasieger, Welt- und Europameister findet am 15. Mai in Kopenhagen statt, das Rückspiel zwei Tage später in Köln. Bundestrainer Gislason resümierte: „Die erste Halbzeit war sehr gut, leider haben wir das in der zweiten nicht durchgezogen.“



