Handball-Sensation: Bergischer HC schaltet Topfavorit Magdeburg aus und zieht ins Pokalfinale ein
Bergischer HC schafft Pokal-Sensation gegen Magdeburg

Historischer Triumph: Bergischer HC bezwingt Magdeburg im DHB-Pokal-Halbfinale

Im Kölner Handball-Kessel hat sich am Donnerstagabend eine der größten Sensationen der letzten Jahre im deutschen Handball ereignet. Der Bundesliga-Aufsteiger Bergischer HC schaltete im Halbfinale des DHB-Pokals den haushohen Favoriten SC Magdeburg nach einem atemberaubenden Spiel und Siebenmeterwerfen mit 30:31 aus. Damit verpasste Magdeburg nicht nur das Traumfinale gegen die Füchse Berlin, sondern auch jede Chance auf das begehrte Triple aus Pokalsieg, deutscher Meisterschaft und Champions-League-Erfolg.

„Klinisch tot“ und doch siegreich: BHC schreibt Vereinsgeschichte

Für den Bergischen HC bedeutet der Einzug ins Pokalfinale den größten Erfolg der Vereinsgeschichte überhaupt. Die Mannschaft aus Wuppertal und Solingen träumt nun vom ersten Pokaltitel ihrer Historie. Im Endspiel am Sonntag um 15:45 Uhr, das live in der ARD und bei Dyn übertragen wird, trifft der BHC auf den deutschen Meister Füchse Berlin.

BHC-Keeper Christopher Rudeck beschrieb die Emotionen nach dem Sieg als „wahnsinnig und unbeschreiblich“. „Es ist unfassbar. Viele Jungs waren klinisch tot. Das ist an so einem Tag scheißegal. Keine Ahnung, wie wir schlafen sollen. Wir haben die Chance, mit dem BHC einen Titel zu holen und das ist unfassbar“, schwärmte der Torhüter, der gemeinsam mit Noah Beyer zu den herausragenden Akteuren des Abends gehörte.

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Spannendes Duell bis zum letzten Wurf

Vor rund 20.000 begeisterten Zuschauern in Köln entwickelte sich ein packendes Duell auf Augenhöhe. Nach regulärer Spielzeit stand es 22:22 (11:11), nach Verlängerung 27:27. Erst im dramatischen Siebenmeterwerfen entschied sich das Spiel zugunsten des Aufsteigers. Obwohl sich Magdeburg bereits in der Bundesliga gegen den BHC schwergetan hatte, rechnete kaum jemand mit diesem Coup.

Handball-Ikone Stefan Kretzschmar befand das Ergebnis als „absolut verdient“, während Ex-Bundestrainer Dagur Sigurdsson von „Handball-Geschichte“ sprach. Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert analysierte nüchtern: „Wir lassen heute vier Siebenmeter im normalen Spiel liegen. Da muss ich bei 30:31 nicht viel rechnen, woran es noch gelegen haben könnte.“

Berlin setzt sich gegen Lemgo durch

Im anderen Halbfinale hatten sich die Füchse Berlin mit 39:36 (20:16) gegen den TBV Lemgo Lippe durchgesetzt. Überragender Akteur bei den Berlinern war Lasse Andersson mit elf Treffern, während bei Lemgo Tim Suton achtmal traf. Die Füchse fanden zunächst schwer ins Spiel und lagen früh zurück, doch Torwart Dejan Milosavljev glänzte mit starken Paraden und half dabei, eine zwischenzeitliche Vier-Tore-Führung aufzubauen.

Nach der Halbzeit wuchs der Vorsprung sogar auf fünf Tore an, doch durch eigene Fehler ließen die Berliner Lemgo wieder herankommen. Am Ende gelang es den Füchsen dennoch, den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten und sich damit für das Pokalfinale zu qualifizieren.

Historische Chance für den Aufsteiger

Der Sieg gegen den Champions-League-Sieger und Bundesliga-Tabellenführer Magdeburg stellt nicht nur eine sportliche Sensation dar, sondern markiert einen Meilenstein in der Entwicklung des Bergischen HC. Trainer Markus Pütz feierte den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte, während die gesamte Mannschaft nun die historische Chance hat, am Sonntag den ersten großen Titel zu erringen.

Das Finale verspricht ein spannendes Aufeinandertreffen zwischen dem etablierten deutschen Meister aus Berlin und dem aufstrebenden Überraschungsteam aus dem Bergischen Land zu werden. Für den BHC geht es dabei um mehr als nur den Pokal – es geht um den Eintrag in die Geschichtsbücher des deutschen Handballs.

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