Handball-EM: Heiner Brand widerspricht Juri Knorr in Debatte um Spielzeit
Vor dem Start der Hauptrunde bei der Handball-Europameisterschaft hat sich Handball-Ikone Heiner Brand (73) zu den jüngsten Kontroversen um Spielmacher Juri Knorr (25) geäußert. Der Weltmeister-Trainer von 2007 widersprach dabei deutlich den Forderungen des Aalborg-Profis nach mehr Spielzeit im deutschen Nationalteam.
Kritische Worte des Weltmeister-Trainers
Im Gespräch mit Sport1 betonte Brand: „Keiner hat den Anspruch auf Spielzeit.“ Der erfahrene Trainer, der die deutsche Mannschaft 2007 zum Weltmeistertitel führte, nahm dabei Bezug auf Knorrs Kritik an den Wechselentscheidungen von Bundestrainer Alfred Gíslason (66) nach der Niederlage gegen Serbien.
Brand räumte zwar ein, dass Knorr mit seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten Akzente setze, kritisierte aber gleichzeitig: „Er macht auch Fehler. Auch gegen Spanien waren immer wieder einfache Fehler dabei, die nicht notwendig sind. Im Spiel gegen Serbien auch. Insofern kann man nicht unbedingt Spielzeit beanspruchen.“
Knorrs Leistungen bei der EM-Vorrunde
Juri Knorr hatte in der Vorrunde der Europameisterschaft durchaus beachtliche Leistungen gezeigt. Nach einem soliden Start gegen Österreich (BILD-Note 3) lieferte er sowohl bei der Niederlage gegen Serbien (BILD-Note 2) als auch beim wichtigen Sieg gegen Spanien (BILD-Note 2) starke Partien ab. Im entscheidenden Vorrundenspiel gegen Spanien erzielte der 25-Jährige sogar fünf Tore.
Dennoch sorgte Knorr nach der Pleite gegen Serbien für Wirbel, als er die Wechsel von Bundestrainer Gíslason kritisierte. Der Isländer hatte den Spielmacher in der zweiten Halbzeit lange draußen gelassen, was zu öffentlicher Diskussion führte.
Aussprache zwischen Knorr und Gíslason
Nach dem Weiterkommen gegen Spanien sprach Knorr über sein nun wieder intaktes Verhältnis zu Bundestrainer Gíslason: „Wir haben untereinander gesprochen, das war sicherlich wichtig. Es war einfach ein Nicht-Thema, und das rechne ich ihm natürlich auch hoch an, dass er einfach ein Typ ist, der da nicht in seinem Ego gekränkt ist.“
Diese Aussprache scheint notwendig gewesen zu sein, denn für das DHB-Team wird ein gut aufgelegter Juri Knorr in der anspruchsvollen Hauptrunde entscheidend sein. Ab Donnerstag (15.30 Uhr, ARD und Dyn) trifft die deutsche Mannschaft zunächst auf Portugal – jenes Team, das Deutschland bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr im Viertelfinale in Oslo ausschaltete.
Herausfordernde Hauptrunde wartet
Die Hammer-Hauptrunde der Handball-EM wartet mit weiteren Schwergewichten auf: Neben Portugal müssen sich die deutschen Handballer auch gegen Dänemark, Frankreich, Norwegen und Spanien behaupten. Nur mit einer konstant starken Leistung kann sich das Team von Alfred Gíslason für das Halbfinale qualifizieren.
Die Worte von Heiner Brand unterstreichen dabei die hohen Ansprüche, die an Nationalspieler gestellt werden. Der erfahrene Trainer betont mit seiner Aussage, dass Spielzeit im Leistungssport immer verdient werden muss – unabhängig von individuellen Fähigkeiten oder bisherigen Leistungen.
Für Juri Knorr bedeutet dies, dass er in den kommenden Spielen nicht nur seine außergewöhnlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen, sondern auch die von Brand kritisierten unnötigen Fehler vermeiden muss. Nur so kann der Spielmacher seinen Anspruch auf regelmäßige Einsatzzeiten im deutschen Nationalteam nachhaltig untermauern.



