Gíslasons Zukunft beim DHB bleibt in der Schwebe
Die Zukunft von Handball-Bundestrainer Alfred Gíslason (66) ist weiterhin ungewiss. Der Deutsche Handballbund (DHB) hat die Entscheidung über eine mögliche Vertragsverlängerung des Isländers verschoben. Gíslasons aktueller Vertrag endet nach der Heim-Weltmeisterschaft 2027, doch der erfahrene Trainer hat bereits deutlich gemacht, dass er gerne mit der jungen Nationalmannschaft weiterarbeiten möchte.
Sportliche Erfolge und kritische Stimmen
Sportlich liefert Gíslason überzeugende Ergebnisse. Unter seiner Führung gewann die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen 2024 und der Europameisterschaft 2026 jeweils die Silbermedaille. Im aktuellen Kader finden sich sieben U21-Weltmeister von 2023, was den erfolgreichen Umbruch zu einer jungen, leistungsstarken Mannschaft dokumentiert.
Trotz dieser Erfolge gab es auch kritische Phasen. Nach der Niederlage im zweiten EM-Spiel gegen Serbien und dem drohenden Vorrunden-Aus bei der Europameisterschaft stand Gíslason bereits am Rand. Kritik und Zweifel an seiner Arbeit wuchsen, und der DHB hatte nach Informationen der SPORT BILD sogar einen Notfallplan für diesen Fall vorbereitet.
Der Entscheidungsprozess beginnt
DHB-Sportvorstand Ingo Meckes (49) erklärte am Rande des Testspiels gegen Ägypten in Dortmund: „Der Prozess wird jetzt in Gang gesetzt. Wir lassen uns Zeit und uns nicht unter Druck setzen. Aber es wäre schlimm, wenn wir einen Monat vor der WM keine Klarheit hätten. Das wäre zu spät.“
Der Verband prüft laut Meckes „alle Möglichkeiten“ und erwartet „spannende Monate“ im Entscheidungsprozess. Eine feste Frist für die Entscheidung nannte der Sportvorstand nicht, betonte aber die Notwendigkeit einer guten WM-Vorbereitung.
Gíslasons klare Haltung
Der isländische Bundestrainer hat seine Position deutlich formuliert: „Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich erst einmal nicht aufhören möchte mit Handball nach der Weltmeisterschaft und gerne mit dieser Mannschaft weiterarbeiten würde.“ Gegenüber SPORT BILD ergänzte er: „Klar. Natürlich würde ich gern mit dieser Mannschaft nach der Weltmeisterschaft weiterarbeiten. Aber ich bin entspannt. Ich werde aber sicher nicht aufhören, soviel ist klar.“
Gíslason beschreibt sich selbst als „eine Maschine“, die weiterläuft. Sein Versuch, mit dem Handball aufzuhören, habe ihm keinen Spaß gemacht, wie er offen einräumt.
Mögliche Nachfolger und Mannschaftsstimmen
Zu den möglichen Kandidaten für den Bundestrainer-Posten nach 2027 zählen laut Informationen die Bundesliga-Trainer Florian Kehrmann (48) von der HSG Wetzlar und Benett Wiegert (44) vom SC Magdeburg.
Aus der Mannschaft kommen überwiegend positive Töne. Julian Köster (26) vom VfL Gummersbach sagte: „Alfred hat die Aufgabe, die er bekommen hat, super hingekriegt, den Umbruch eingeleitet. Er hat zuletzt sehr viel Erfolg. Aber am Ende ist es nicht meine Aufgabe, das zu entscheiden.“ Köster betonte seine Dankbarkeit gegenüber dem Trainer, unter dem er debütierte.
Zeitplan und Ausblick
Nach aktuellen Informationen ist es wahrscheinlich, dass die Entscheidung über Gíslasons Zukunft in der Sommerpause der Bundesliga nach der Saison fällt. Bis dahin bleibt der 66-jährige Isländer gelassen und konzentriert sich auf die anstehenden Aufgaben.
Die deutsche Handball-Nationalmannschaft setzt ihre Vorbereitung auf die Heim-WM 2027 fort, während im Hintergrund die Weichen für die Zeit nach dem Turnier gestellt werden. Die Frage „Quo vadis, Alfred Gíslason?“ bleibt vorerst unbeantwortet, sorgt aber für Diskussionsstoff in der Handball-Welt.



