Dramatischer Sieg in Lübeck: Dresdens Handballer rächen sich mit irrem Touchdown-Pass
Dieses Spiel war definitiv nichts für schwache Nerven. Der HC Elbflorenz Dresden hat am Montagabend in der 2. Handball-Bundesliga einen atemberaubenden Sieg gefeiert. Beim VfL Lübeck-Schwartau setzten sich die Sachsen mit 31:30 durch, nachdem Kapitän Sebastian Greß in der allerletzten Spielsekunde den entscheidenden Treffer erzielte.
Rache für Skandal-Spiel der Vorsaison
Damit rächten sich die Dresdner für ein umstrittenes Spiel an gleicher Stelle in der vorherigen Saison. Damals erzielten die Lübecker vier Sekunden vor Spielende den Ausgleich zum 33:33 – allerdings mit einem Mann zu viel auf dem Feld. Statt der erlaubten sieben Spieler standen acht Akteure auf der Platte. Dieser eigentlich unfassbare Regelverstoß blieb letztlich ohne Konsequenzen für den VfL Lübeck-Schwartau.
Diesmal holte sich der HCE den damals verlorenen Punkt mehr als nur zurück. Der Aufstiegsaspirant lag zwei Minuten vor Schluss fast schon uneinholbar mit zwei Toren im Rückstand und kassierte zusätzlich eine Zeitstrafe gegen Seidler. Doch dann nahm der Wahnsinn seinen Lauf.
Spektakuläres Comeback in letzter Minute
Greß und Preußner schafften irgendwie noch den Ausgleich zum 30:30. Der VfL Lübeck-Schwartau hatte in der letzten Minute Ballbesitz und konnte mit einem Tor alles klar machen. Der Wurf fiel zwar, allerdings stand Nadav Cohen beim Wurf im Kreis. Die Schiedsrichter-Brüder Matthias und Sebastian Klinke ahndeten den technischen Fehler und gaben Abwurf für Dresden, bei nur noch acht Sekunden auf der Uhr.
Torwart Marino Mallwitz, der selbst jahrelang in Lübeck im Tor stand, schnappte sich den Ball und warf ihn mit unfassbarer Präzision über das gesamte Feld auf den davonstürmenden Sebastian Greß. Der netzte Sekundenbruchteile vor der Sirene nach grandiosem Einsatz ein.
„Ein Pass wie von Tom Brady“
„Touchdown-Pass von Mallwitz, ein Pass wie Tom Brady – und Sebastian Greß setzt sich durch“, rief der Dyn-Kommentator begeistert. Tom Brady war einer der besten Football-Quarterbacks aller Zeiten und spielte in der NFL für die New England Patriots und die Tampa Bay Buccaneers. Der Vergleich unterstrich die außergewöhnliche Qualität dieses Spielzugs.
HCE-Trainer André Haber bejubelte den irren Sieg krankheitsbedingt auf dem heimischen Sofa. Dresdens Chefcoach konnte wegen eines Infekts nicht mit nach Lübeck reisen und musste deshalb von zu Hause aus mitzittern – ein Jubelschrei nach Abpfiff inklusive. Letztlich konnte sich Haber auf seinen Co-Trainer Fabian Bergers-Metzner verlassen, der von Sportchef Rico Göde assistiert wurde.
Wichtiger Schritt im Aufstiegskampf
Durch diesen irren Sieg bleiben die Dresdner im Kampf um den Aufstieg in die Handball-Bundesliga voll im Rennen. Sie liegen punktgleich mit dem Zweiten Balingen auf Rang drei. Sebastian Greß sagte nach dem Spiel bei Dyn: „Wir hatten diese Saison schon öfter solche Situationen und wissen, dass es manchmal glücklich für uns ausgeht. Heute können wir superfroh sein, beide Punkte entführt zu haben. Denn Lübeck hat einen Super-Kampf geliefert.“
Der Fight muss für André Haber besonders nervenaufreibend gewesen sein. Letztlich konnte sich der Trainer auf sein Team verlassen. Fazit: Wer solche Spiele zieht, der steigt am Ende wahrscheinlich auch auf! Die Freude über den Sieg dürfte Habers Genesung mit Sicherheit beschleunigen.



