Füchse Berlin vor Pokal-Endrunde: Ambitionen auf bessere Bilanz trotz Zurückhaltung
Nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft in der vergangenen Spielzeit und dem Supercup zum Saisonauftakt streben die Füchse Berlin am kommenden Wochenende beim Pokal-Final4 in Köln nach dem nächsten Titel. Nationalspieler Nils Lichtlein äußerte sich enthusiastisch: „Für uns alle ist das ein Traum. Dementsprechend sind wir da alle schon sehr heiß drauf.“ Die Berliner treffen im Halbfinale auf den TBV Lemgo Lippe, während die andere Partie zwischen dem SC Magdeburg und dem Außenseiter vom Bergischen HC ausgetragen wird.
Zurückhaltung trotz Erfolge: Magdeburg als klarer Favorit
Obwohl die Füchse in dieser Saison bereits bedeutende Erfolge feiern konnten, sehen sie sich in Köln nicht in der Favoritenrolle. Welthandballer Mathias Gidsel betonte: „Wenn du im Handball etwas gewinnen willst, musst du Magdeburg schlagen. Sie sind einen Schritt vor allen anderen und sie sind der große Favorit.“ Diese Zurückhaltung könnte auch auf die bisher wenig berauschende Pokalhistorie der Berliner zurückzuführen sein. Erst dreimal erreichten sie das Final4, wobei der einzige Pokalsieg 2014 gelang. In den Jahren 2019 und 2023 scheiterten sie bereits im Halbfinale.
Trainer Nicolej Krickau erklärte dazu: „Grundsätzlich wollen wir natürlich eine bessere Bilanz.“ Umso wichtiger sei es, regelmäßig bei solchen Top-Events vertreten zu sein. Gidsel ergänzte: „Auch für unser Selbstbild. Wir wollen ein stabiler Spitzenverein sein. Das bedeutet nicht, dass du am Ende immer gewinnen musst, aber du musst immer dabei sein. Und das häufiger als in den letzten Jahren.“ Zudem hat bis auf den aktuell verletzten Fabian Wiede noch kein Spieler der aktuellen Mannschaft den Pokal gewinnen können.
Großer Respekt vor Halbfinalgegner Lemgo
Bis zum möglichen Titelgewinn ist es jedoch ein weiter Weg, zumal der Halbfinalgegner TBV Lemgo Lippe in den letzten Jahren im Pokal deutlich besser abschnitt. 2020 holten die Ostwestfalen sogar den Titel. Geschäftsführer Bob Hanning zeigte großen Respekt: „Lemgo ist eine Mannschaft, die für den Moment spielt. Und die in einem Moment sowohl Magdeburg, als auch uns, schlagen kann.“ Er lobte insbesondere Trainer Florian Kehrmann: „Ein Riesenkompliment an Florian Kehrmann, was er aus dieser Mannschaft gemacht hat.“
Die Füchse mussten die Stärke Lemgos erst kürzlich erfahren, als sie letzten Sonntag in Lemgo einen knappen 34:33-Zittersieg feierten. Krickau sieht die Chancen daher ausgeglichen: „Das wird schon ein Endspiel. Deshalb liegt unser Fokus eigentlich nur auf Samstag.“ Hanning erwartet den Gegner im Pokal sogar noch stärker als im Ligaduell: „Denn es werden bei Lemgo ganz viele Dinge passieren, die da noch nicht passiert sind.“
Die Füchse Berlin blicken mit einer Mischung aus Ambition und Demut auf das Pokal-Final4, wobei sie sich der Herausforderungen durch starke Gegner wie Lemgo und Magdeburg bewusst sind und auf eine verbesserte Bilanz in diesem Wettbewerb hoffen.



