Bei der Handball-Weltmeisterschaft der Frauen hat es ein dramatisches Ende gegeben. Die Färöer Inseln erkämpften sich durch einen verwandelten Siebenmeter in der Schlusssekunde ein 31:31 (16:14) gegen Serbien. Der Ausgleich fiel nach einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung, die bei den Serbinnen für Empörung sorgte.
In der letzten Spielminute führte Serbien mit 31:30, als Jovana Jovovic den Ball frei in der gegnerischen Hälfte erhielt. Statt sofort zu werfen, verzögerte sie das Spiel, was die Schiedsrichter als Zeitspiel werteten und den Färingerinnen den Ball zusprachen. Beim anschließenden Freiwurf der Färöer versuchte Jovovic den Ball zu blocken, wurde jedoch per Videobeweis überprüft und erhielt sieben Sekunden vor Schluss die Rote Karte, weil sie nicht den Mindestabstand zum Ball eingehalten hatte.
Daraufhin gab es einen Siebenmeter für die Färöer, den Jana Mittun drei Sekunden vor der Sirene zum 31:31 verwandelte. Die serbische Presse reagierte fassungslos. Der Kurir fragte: „Was hast du getan, Jovana?“ und sprach von einer „Tragödie“. Das Portal Sportissimo bezeichnete die Szene als „die sechs schlimmsten Sekunden in der Geschichte des Handballs“.
Der serbische Verband legte umgehend Protest gegen die Entscheidungen des argentinischen Schiedsrichtergespanns ein. In einer Stellungnahme hieß es: „Letztendlich wurde festgestellt, dass die Schiedsrichter durch grobe Regelverstöße direkten Einfluss auf das Endergebnis hatten.“ Die Beschwerde beziehe sich auf den Passivitätspfiff gegen Jovovic und die „ungerechtfertigte Rote Karte“.
Nach dem Remis liegt Serbien in der Hauptrunde der Gruppe II mit fünf Punkten auf Platz zwei hinter Deutschland (acht Punkte). Die Färöer belegen mit drei Punkten Rang fünf.



