DHB-Kapitäne Golla & Döll: Warum Handball die überlegene Sportart für Familien ist
Handball-Kapitäne: Warum ihre Sportart besser als Fußball ist

Handball-Kapitäne Golla und Döll im exklusiven Doppelinterview

Sie teilen sich die Kapitänsbinde, doch ihre Handball-Welten könnten unterschiedlicher kaum sein: Antje Döll (37), Führungsspielerin der Frauen-Nationalmannschaft, und Johannes Golla (28), ihr männliches Pendant beim Deutschen Handballbund. Während die Frauen mit einem 33:18-Erfolg gegen Slowenien am vergangenen Sonntag vorzeitig das EM-Ticket lösten, bereiten sich die Männer auf ihr erstes Spiel nach dem EM-Silber gegen Ägypten am 19. März vor. Im gemeinsamen Interview sprechen beide über ihre Leidenschaft für den Handballsport.

Handball versus Fußball: Die Familienfrage

Johannes Golla bezieht klar Stellung, warum Handball-Länderspiele die bessere Wahl gegenüber Zweitliga-Fußball sind: "Handball-Länderspiele lohnen sich für Familien immer. Es gibt kaum Sportveranstaltungen mit einer vergleichbar guten Hallenatmosphäre, bei denen es einfach Spaß macht und Kinder ganz nah an die Athleten herankommen." Der Kapitän betont den Vorbildcharakter: "Ich bin sicher, dass viele Kinder die Halle verlassen und sagen: 'Handball möchte ich auch mal ausprobieren.' Das ist unabhängig davon, ob Frauen- oder Männerhandball gespielt wird." Als zusätzliches Argument führt Golla die Witterungsverhältnisse an: "Im März ist es im Fußballstadion sehr kalt – ein kleiner Pluspunkt für unsere Hallensportart."

117 Länderspiele und besondere Momente

Beide Kapitäne haben inzwischen jeweils 117 Länderspiele für Deutschland absolviert. Antje Döll erinnert sich an ihren Einstand am 9. Juni 2017: "Oh, das war mein erstes Länderspiel, oder?" Während Golla zu diesem Zeitpunkt mit der U21-Nationalmannschaft bei der WM in Algerien weilte, startete Döll ihre internationale Karriere.

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Die 100er-Marke hatte Döll bewusst im Blick: "Da wird man angerufen und vom DHB in den Klub 100 aufgenommen. Es ist aber schon mein Ziel, noch ein paar Spiele draufzupacken." Golla hingegen führt keine Strichliste: "Wie Antje sagt: Ein 100. Länderspiel ist etwas Besonderes. Supercool, dass man so viele Spiele machen durfte. Es sind immer wieder besondere Momente, wenn man die Hymne singen kann."

Emotionale Höhepunkte und Erinnerungsstücke

Die Nationalhymne löst bei beiden weiterhin starke Emotionen aus. Döll berichtet: "Es gibt Momente, bei denen ich noch einmal richtig Gänsehaut bekomme. Bei den Olympischen Spielen gegen Frankreich oder natürlich das WM-Finale. Seit vergangenem Jahr habe ich die neue Aufgabe als Kapitänin. Da nimmt man alles noch bewusster wahr."

Die Trikots werden unterschiedlich behandelt: Döll verschenkt sie gerne an begeisterte Kinder, bewahrt aber ihr erstes Nationaltrikot sowie das unterschriebene WM-Final-Trikot auf. Golla versucht, von jedem Turnier ein Trikot aufzubewahren, vermutet sein erstes Länderspieltrikot jedoch "in einer Kiste irgendwo".

Medaillen und Prämien: Kein Raum für Neid

Während Döll ihre WM-Silbermedaille in einer Vitrine präsentiert und eine spezielle Erinnerungswand plant, muss Gollas EM-Silbermedaille noch warten: "Meine Medaille ist noch in meiner Sporttasche, weil ich die mit zum Training in Flensburg nehmen musste. Irgendwann bekomme ich im neuen Haus in Melsungen hoffentlich von meiner Frau einen Platz dafür genehmigt."

Die unterschiedlichen Prämien – 430.000 Euro für EM-Silber der Männer versus 300.000 Euro für WM-Silber der Frauen – sorgen für keinerlei Neid. Döll erklärt: "Da muss man einen Unterschied machen zwischen EM und WM. Unsere WM-Prämie wurde an die Prämie der Männer-WM im selben Jahr angepasst. Von daher passt das." Golla ergänzt: "Abgesehen davon spielen wir alle nicht des Geldes wegen für unser Land."

Gegenseitige Bewunderung und Zukunftspläne

Beide Kapitäne schätzen besondere Fähigkeiten des anderen. Döll bewundert Gollas konstante Leistungen als Kreisläufer: "Nachdem er 50 Minuten Innenblock gespielt hat, noch einer der Ersten zu sein, der vorn parat steht – das ist eine körperliche Leistung, die absolute Anerkennung verdient." Golla hingegen beneidet Döll um ihre Schnelligkeit: "Mich lachen sie immer aus, dass ich nicht sprinten kann. Ich hätte gern deine Schnelligkeit."

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Während Döll mit 37 Jahren noch keine Altersgrenze sieht ("Mit 40 in der Nationalmannschaft? Warum also nicht?"), ist Golla realistischer: "Ich glaube, jetzt schon sagen zu können, dass ich mit 37 nicht mehr Nationalmannschaft spielen werde. Aktuell genieße ich die Zeit, aber ich weiß, dass ich wahrscheinlich nicht bis 40 in der Nationalmannschaft spielen werde."

Beide verfolgen die Spiele der jeweils anderen Nationalmannschaft regelmäßig – Golla sogar mit seinem mittlerweile handballbegeisterten Sohn. Die gemeinsame Botschaft bleibt klar: Handball bietet Familien ein einzigartiges Sporterlebnis, das in dieser Form kaum zu übertreffen ist.