Ein kurioser Vorfall erschüttert die Daikin Handball-Bundesliga: Der SC DHfK Leipzig hat seinen Video- und Datenanalysten Enrico Henoch (43) freigestellt. Grund war ein Besuch beim ehemaligen Chef-Trainer Runar Sigtryggsson sowie zwei auf Instagram erschienene und umgehend wieder gelöschte Fotos. Der Klub aus dem Tabellenkeller der Eliteliga reagierte damit auf einen Ausflug seines Mitarbeiters zum Abstiegs-Konkurrenten HSG Wetzlar.
Besuch beim Ex-Trainer
Henoch besuchte am vergangenen Samstag Leipzigs ehemaligen Coach Runar Sigtryggsson, der mit dem Kellerkonkurrenten HSG Wetzlar einen überraschenden Sieg gegen den THW Kiel (33:25) feierte. Auf Instagram waren danach für kurze Zeit zwei Fotos zu sehen, die Sigtryggsson und Henoch zeigten. Eines vor der Partie mit der Überschrift „Spielvorbereitung“, eines nach der Partie mit der Überschrift „Spielnachbereitung“. Henoch fungierte früher als Sigtryggssons Assistent, als der Isländer noch Chef-Coach der Leipziger war.
Freistellung durch den Verein
Der SC DHfK Leipzig und sein Geschäftsführer Karsten Günther haben Henoch, dessen Vertrag am 30. Juni ausläuft, freigestellt. Günther äußerte sich auf Nachfrage von SPORT BILD knapp: „Dazu kein Kommentar von unserer Seite. Wir fokussieren uns ausschließlich auf das Sportliche und den Kampf um den Klassenerhalt.“ Henoch soll ab Sommer Trainer des Drittligisten SV Plauen-Oberlosa werden.
Niederlage ohne Henoch
Ohne Henochs Video-Analysen musste Leipzig am Freitagabend bei der TSV Hannover-Burgdorf antreten und verlor mit 36:33 (15:15). Den Niedersachsen fehlten im fünften Spiel innerhalb von nur 13 Tagen im ersten Durchgang Kraft und Konzentration, Stammkeeper Joel Birlehm saß zu Spielbeginn wegen Problemen am Fuß auf der Bank. Leipzig musste nur auf die Fehler der angeschlagenen Gastgeber warten. Nach dem Wechsel drückte Hannover-Burgdorf offensiv aufs Tempo, legte defensiv zu und ging 25:21 in Führung (41.). Von diesem Zwischenspurt erholten sich die Leipziger nicht mehr.
Kellerkracher in Minden
Vor der Partie in Hannovers ZAG-Arena wurde in der Mindener Kampa-Halle der Kellerkracher zwischen GWD Minden und dem Bergischen HC angepfiffen. Mindens Rückraumspieler Alexander Weck sagte vor dem Spiel am Dyn-Mikro: „Es geht um alles, wir sind uns der Situation bewusst.“ Das 28:28 (16:16) hilft dem Bergischen HC im Abstiegskampf mehr als den Mindenern.



