Deutsche Handballer starten mit Offensiv-Feuerwerk in Heim-WM-Vorbereitung
Mit einem furiosen Auftakt haben die deutschen Handballer die Vorfreude auf die bevorstehende Heim-Weltmeisterschaft deutlich gesteigert. Beim 41:38 (21:18)-Sieg gegen den amtierenden Afrikameister Ägypten präsentierte sich die DHB-Auswahl vor 10.732 begeisterten Zuschauern in der ausverkauften Dortmunder Westfalenhalle von ihrer besten Seite und knüpfte nahtlos an die starken Leistungen der Europameisterschaft an.
Gislasons Zukunft im Fokus
Der Sieg liefert zusätzliche Argumente für eine Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Alfred Gislason, dessen Vertrag nach der Weltmeisterschaft ausläuft. „Der Prozess wird jetzt in Gang gesetzt. Wir lassen uns Zeit und uns nicht unter Druck setzen. Aber es wäre schlimm, wenn wir einen Monat vor der WM keine Klarheit hätten“, erklärte DHB-Sportvorstand Ingo Meckes deutlich. Der 66-jährige Isländer hatte erst kürzlich erneut seine Bereitschaft bekräftigt, mit der Mannschaft weiterzuarbeiten.
Torhüter Späth als Rückgrat der Mannschaft
Torhüter David Späth lieferte mit elf Paraden eine Glanzvorstellung und gab der deutschen Abwehr die nötige Sicherheit. „Das war ein ganz schönes Torfestival“, kommentierte der 23-Jährige das offensive Spektakel. Bundestrainer Gislason zeigte sich zwar zufrieden, mahnte aber gleichzeitig Verbesserungen an: „Unser Angriff war sehr gut, doch wir haben zu viele Tore kassiert. In der Abwehr gab es zu viele Abstimmungsfehler.“
Überzeugende Mannschaftsleistung trotz Personalausfällen
Besonders bemerkenswert war die Leistung der deutschen Mannschaft angesichts fehlender Schlüsselspieler:
- Torwart Andreas Wolff und Rechtsaußen Lukas Zerbe pausierten
- Routinier Rune Dahmke erhielt keine Einladung
- Die verletzten Nils Lichtlein und Marko Grgic fehlten ebenfalls
Rückraum-Ass Juri Knorr übernahm mit neun Treffern die Führungsrolle und kommentierte bescheiden: „Da war auch etwas Wurfglück dabei.“
Ägypten als würdiger Gegner
Der Afrikameister erwies sich als durchaus ebenbürtiger Kontrahent und lieferte sich mit der deutschen Mannschaft über weite Strecken einen packenden Schlagabtausch. DHB-Sportvorstand Meckes hatte vor dem Spiel gewarnt: „Ägypten ist ein absoluter Topgegner, der bei jeder WM zu den Geheimfavoriten gehört.“ Die deutsche Mannschaft konnte sich erst in der zweiten Halbzeit mit einem 31:25 (43. Minute) entscheidend absetzen.
Positive Ausgangslage für Heim-WM
Der Sieg gegen einen Weltklassegegner gibt der deutschen Mannschaft wichtigen Rückenwind für die anstehende Weltmeisterschaft im eigenen Land. Mit Alfred Gislason an der Seitenlinie, der die DHB-Auswahl bereits zu Olympia-Silber 2024 und EM-Silber 2026 führte, und einer in der Offensive überzeugenden Mannschaft scheinen die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Heimturnier optimal.



