Enttäuschender Bundesliga-Start: HSV Hamburg unterliegt Leipzig trotz Schmidt-Debüt
Wenn der jüngste Spieler nach nur zwei Trainingseinheiten der beste auf dem Feld ist, spricht das Bände über die kollektive Leistung. Der HSV Hamburg präsentierte sich beim Wiederstart in der Daikin Handball-Bundesliga gegen den SC DHfK Leipzig (33:35) in einer enttäuschenden Form, die bei Fans und Experten für Kopfschütteln sorgte. Einziger Lichtblick in der ansonsten schwachen Vorstellung war der 20-jährige Kreisläufer Jan Schmidt, der sein Debüt für den HSV von Beginn an absolvierte.
Kollektives Versagen in der ersten Halbzeit
Vor der Minuskulisse von lediglich 2512 Zuschauern bot der HSV in den ersten 30 Spielminuten bis zur Pause (15:19) eine indiskutable Leistung. Tempo, Leidenschaft und Spielfreude – alles Elemente, die den Hamburger Verein über weite Strecken der aktuellen Saison auszeichneten – fehlten komplett. Besonders unverständlich wirkt diese schwache Leistung angesichts des engen Tabellenbildes: Mit Flensburg, Melsungen, Lemgo und Hannover warten in den kommenden Spielen gleich vier Top-Gegner auf die Hamburger, während der Abstand zur Abstiegszone kontinuierlich schrumpft.
Kapitän und Trainer kritisieren Teamleistung
HSV-Kapitän Niklas Weller (32) zeigte sich nach dem Spiel deutlich enttäuscht: „Das sieht dann immer scheiße aus, wenn das so passiert. Natürlich hat es an allem ein bisschen gefehlt, aber es hängt auch immer alles zusammen.“ Auch Trainer Torsten Jansen (49) ließ kein gutes Haar an der Leistung seiner Mannschaft: „Das war zu wenig, ein halbgares Abwehr- und Rückzugverhalten.“
Jan Schmidt als einziger Hoffnungsträger
An dem neuen Kreisläufer Jan Schmidt lag die Niederlage jedoch nicht. Trainer Jansen setzte den 20-Jährigen, der ab Sommer fest zum HSV gehört und aktuell per Zweitspielrecht vom Zweitligisten Dormagen ausgeliehen ist, bei dessen Premiere gleich in die Startaufstellung. „Das hat mich echt überrascht, war eine Riesenfreude. Viel geiler kann man sich ein Debüt kaum ausmalen“, sagte Schmidt nach dem Spiel. „Mit einem Sieg schon.“
Der 1,96 Meter große Kreisläufer überzeugte mit schnellen Beinen, wachen Armen, Mut im Eins-gegen-eins und dem Willen, auch scheinbar verlorene Bälle noch zu erobern. Kapitän Weller unterstützte den Neuzugang während des Spiels als Mentor, doch Schmidt war dennoch der auffälligste Spieler auf dem Feld.
Ungewisse Zukunft für Schmidts Einsätze
Wie häufig Jan Schmidt bis Saisonende für den HSV auflaufen kann, bleibt jedoch ungewiss. Die Spielpläne von Zweitligist Dormagen und dem HSV müssen dafür passen. Im Zweifelsfall hat Dormagen – wo Schmidt am Freitag in Ferndorf spielt – Vorrang. Schmidt dazu: „Ich bin Doppel- und Dreifachbelastung gewohnt. Aber es muss eine Win-win-Situation für alle sein. Sollte es eine Lose-lose-Situation werden, dann geht es halt nicht.“
Die enttäuschende Niederlage gegen Leipzig wirft ernste Fragen über die Form des HSV Hamburg auf, während Jan Schmidt zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer für die kommenden schwierigen Spiele bietet.



