HSV-Handball in der Krise: Kapitän Weller spricht hartes Urteil nach Niederlage
Die HSV-Handballer stecken in einer tiefen sportlichen Krise. Nach der 35:38-Niederlage gegen die SG Flensburg-Handewitt vor knapp 10.000 Zuschauern sprach Kapitän Niklas Weller (32) ein hartes Urteil über die Mannschaft. „Es fehlte so ein wenig der gemeinsame Fokus. Wir haben Fehler gemacht, weil wir uns nicht an unsere Absprache gehalten haben“, sagte der erfahrene Spieler, der seine Karriere im Sommer beendet.
Trainer Jansen auf 180: „Ich habe keinen Bock mehr“
Bereits zur Pause beim Stand von 14:20 war die Partie praktisch entschieden. Trainer Torsten Jansen (49) war sichtlich verärgert und ließ in der Kabine laut werden. Nach dem Spiel stellte er infrage, ob jeder Spieler alles gegeben habe. „Ich habe keinen Bock mehr, über irgendwelche taktischen Sachen zu sprechen, sondern da geht es um die reine Basis“, so der verärgerte Coach.
Jansen forderte von seinen Spielern mehr Selbstreflexion und betonte: „Wenn man so spielt in der ersten Halbzeit, dann ist es egal, gegen wen man spielt.“ Es war bereits die zweite Niederlage innerhalb von fünf Tagen nach dem 33:35 gegen Leipzig und die fünfte in Serie insgesamt.
Weller: „Der allerletzte Wille ist momentan nicht da“
Kapitän Niklas Weller wurde im Gespräch mit der BILD deutlich: „Ich hatte ein wenig das Gefühl, dass der allerletzte Wille – jede Aktion Vollgas zu geben, wach zu sein, den Fokus zu haben – momentan nicht da ist.“ Ein deutliches Statement, das die Probleme im Team offenlegt.
Zwar gewann der HSV Hamburg die zweite Halbzeit mit 21:18, doch das konnte die insgesamt enttäuschende Leistung nicht wettmachen. Weller warf immerhin zwei Tore gegen Flensburg, doch das reichte bei weitem nicht aus.
Suche nach dem Ausweg aus der Krise
Nach dem Derby wurde viel in der Mannschaft gesprochen. Weller betonte: „Am Ende geht es aber nur über gemeinsame Erfolgserlebnisse.“ Die nächsten Gegner bieten die Chance für eine Wende: Melsungen (am Sonntag in der Barclays Arena, 15.30 Uhr), TBV Lemgo Lippe und TSV Hannover-Burgdorf.
Trainer Jansen fasste die Situation zusammen: „Wir haben eine schwierige Phase.“ Krise würde es auch treffen. Die Mannschaft muss nun zeigen, ob sie aus den Fehlern lernt und die Basisarbeit verbessert, die der Trainer einfordert.



