Last-Second-Schock in Loitz: Handballkrimi endet 28:28
Last-Second-Schock in Loitz: Handballkrimi ohne Sieger

Am Ende der 60-minütigen Werbeveranstaltung für den Handball gab es Standing Ovations für beide Mannschaften. Den Applaus der Fans in der proppenvollen Peenetalhalle hatten sich die SG Uni Greifswald/Loitz und der HSV Insel Usedom redlich verdient.

Die Männer auf dem Spielfeld boten all das, was den Handballsport ausmacht: Tempo, Leidenschaft und Spannung bis zur letzten Sekunde. Dass das Vorpommern-Derby dann auch noch mit einem 28:28-Unentschieden endete, musste wohl so kommen. Einen Sieger hätte dieses Spiel vielleicht auch nicht verdient gehabt.

Torwart Weier zwischen Freude und Ärger

Torwart Paul Weier, einer der Besten im Team der Hausherren, wusste nach dem Schlusspfiff nicht so recht, ob er sich freuen oder ärgern sollte: „Ich kann mich nicht erinnern, wann wir das letzte Mal gegen Usedom gepunktet haben, aber jetzt standen wir sogar dicht vor einem Sieg.“ Genau genommen trennte die SG Uni Greifswald/Loitz nur eine einzige Sekunde vom Derbysieg.

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Mit dem letzten Wurf der Partie rettete ausgerechnet der ehemalige Loitzer Marc Hagemeier den Insulanern den Punkt im Derby. „Wir waren so dicht dran, es ist schade für die Mannschaft, die bis zur Eröffnung alles gegeben hat“, sagte Trainer Jürgen Radloff und fügte hinzu: „Ich denke, wir hätten die zwei Punkte mitnehmen müssen.“

Stubbe trifft nur den Innenpfosten

Doch an diesem spannenden Handball-Abend fehlte den Hausherren auch das nötige Glück. 18 Sekunden vor der Schlusssirene lag Greifswald/Loitz mit 28:27 in Führung, als Tim Stubbe nur den Innenpfosten traf. Es wäre das 29:27 gewesen und die Entscheidung. Wenig später löste Hagemeier mit seinem Last-Second-Treffer einen kollektiven Jubel bei den favorisierten Gästen aus.

Jürgen Radloff machte indes eine Szene für den Spielverlauf verantwortlich. Uni-Torjäger Diogo Teixeira sah in der 57. Minute nach einem Foul die Rote Karte. „Die war meiner Meinung nach zu hart. Die Schiedsrichter haben viel laufen lassen im Spiel und wenn du das machst, darfst du diese Rote Karte auch nicht geben. Das war die entscheidende Situation“, sagte der Trainer.

Seinem Spieler, der im Derby viel einstecken musste, wollte er keinen Vorwurf machen – ebenso wenig wie der gesamten Mannschaft. „Großes Kompliment an die Jungs, die im letzten Heimspiel alles rausgehauen haben“, sagte Radloff: „Für die Zuschauer war es sicherlich ein tolles Handballspiel. Aber es ist schade, dass wir wie gegen Ludwigsfelde in der Schlusssekunde wieder einen Treffer kassiert haben.“

Aufstellung Greifswald/Loitz

Greifswald/Loitz spielte mit: Simic, Weier, Genuttis, Stubbe (1 Tor), Schramm (4), Tippelt, Rasch (4), Geßler, Ernst, Granholm (9), Tuinea, Teixeira (7), Toth (3).

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