Entscheidung über Gislasons Zukunft als Bundestrainer steht unmittelbar bevor
Die Zukunft von Alfred Gislason als Bundestrainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft soll noch vor Beginn der Weltmeisterschaft 2027 endgültig geklärt werden. Der Deutsche Handballbund führt derzeit intensive und vertrauliche Gespräche über die Perspektive des erfahrenen Isländers, dessen Vertrag nach dem Heimturnier im Januar 2027 ausläuft. Diese Entwicklung bestätigte nun HBL-Präsident Uwe Schwenker in einem aktuellen Statement.
Zeitdruck vor der WM 2027
Uwe Schwenker, der als DHB-Präsidiumsmitglied maßgeblich an der Entscheidung beteiligt ist, äußerte sich deutlich zu den Zeitplänen: „Ich gehe davon aus, dass es hier bis zum Ende dieser laufenden Saison eine Entscheidung gibt.“ Mit Blick auf die bevorstehende Weltmeisterschaft betonte er weiter: „Im Hinblick auf die WM muss Klarheit herrschen, was Sache ist.“ Die aktuelle Bundesliga-Saison endet am 7. Juni, was einen konkreten zeitlichen Rahmen für die anstehende Entscheidung setzt.
Der Sportvorstand des DHB, Mark Schober, hatte bereits Mitte März betont, man wolle sich bei dieser wichtigen Personalentscheidung nicht unter Druck setzen lassen. Gleichzeitig verwies er jedoch darauf, dass spätestens vor WM-Beginn absolute Klarheit für alle Beteiligten geschaffen werden müsse. „Wir wägen alle Möglichkeiten ab“, hatte Schober zuvor erklärt und damit den sorgfältigen Entscheidungsprozess des Verbandes unterstrichen.
Gislasons Verdienste und Zukunftswünsche
Alfred Gislason selbst hatte in den vergangenen Wochen mehrfach seinen Wunsch bekräftigt, über das WM-Turnier 2027 hinaus mit der deutschen Nationalmannschaft weiterarbeiten zu wollen. Der 67-jährige Isländer kann auf eine bemerkenswerte Bilanz in seiner Amtszeit seit 2020 verweisen:
- Olympia-Silber 2024 in Paris
- EM-Silber im Januar 2025
Uwe Schwenker, der einst als Manager beim THW Kiel mit Gislason zusammengearbeitet hatte und sogar dessen Trauzeuge war, würdigte die Leistungen des Bundestrainers in höchsten Tönen: „Er ist sicherlich derjenige, der als Architekt hinter dieser Mannschaft steht, der den Umbruch eingeleitet hat und es geschafft, bei den großen Events die Ruhe zu behalten und positiv auf die Mannschaft einzuwirken.“ Diese Aussage unterstreicht den großen Respekt, den Gislason innerhalb des deutschen Handballs genießt.
Notwendige Klarheit für Mannschaft und Verband
Schwenker betonte zudem die Bedeutung einer zeitnahen Entscheidung für die gesamte Mannschaft: „Auch die Mannschaft soll und muss wissen, mit wem sie in die Vorbereitung auf die WM geht und wie es möglicherweise danach weitergeht.“ Diese Klarheit sei essentiell für eine optimale Vorbereitung auf das Heimturnier 2027, bei dem Deutschland als Gastgeber besondere Erwartungen erfüllen muss.
Der DHB befindet sich damit in einer Phase intensiver Beratungen und Abwägungen. Während Gislason seine Bereitschaft zur Weiterarbeit signalisiert hat, muss der Verband eine strategische Entscheidung treffen, die sowohl die kurzfristige WM-Vorbereitung als auch die langfristige Entwicklung des Nationalteams berücksichtigt. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der erfolgreiche Bundestrainer seine Arbeit über 2027 hinaus fortsetzen kann oder ob der DHB einen neuen Weg einschlagen wird.



