Die Handballer des SV Warnemünde werden in der Saison 2026/27 nicht mehr in der Regionalliga Ostsee-Spree antreten. Der Verein hat seine Meldung für die vierthöchste Spielklasse zurückgezogen. Damit endet ein Kapitel, das von großen Personalproblemen geprägt war.
Freiwilliger Rückzug trotz sportlicher Chancen
„Nach intensiven Diskussionen haben wir vor einer sportlichen Entscheidung zum Klassenerhalt unsere Meldung für das neue Spieljahr zurückgezogen. Die Damen werden weiter in der vierthöchsten Klasse spielen“, erklärte Abteilungsleiterin Karola Wiegratz. Der Klub verzichtet somit freiwillig auf eine Fortsetzung in der 4. Liga, obwohl der Klassenerhalt rechnerisch noch möglich gewesen wäre.
Personalnot als Hauptgrund
Bereits das für Samstag geplante Auswärtsspiel bei der TSG Lübbenau wurde abgesagt. Der scheidende Trainer Tim Völzke, der den Verein zum Saisonende verlässt, schilderte die schwierige Situation: „Durch die gesamte Saison zog sich das Personalproblem. Oft wusste ich erst am Spieltag, wer zur Verfügung stehen wird. Um dem Supergau des Abstiegs zu entgehen, hatte ich mich bis zu meiner Verletzung selbst aufgestellt.“
Vergebliche Rettungsversuche
Die Abteilungsleitung unter Karola Wiegratz hatte verschiedene Optionen geprüft, um den Viertliga-Handball für die Männer aus dem Ostseebad zu erhalten. Eine Spielgemeinschaft mit dem Güstrower HV war im Gespräch. „Sie war allerdings an den Klassenerhalt gebunden“, erklärte Thomas Schweder vom Güstrower HV. Zudem hätten mögliche Abstiege aus der 3. Liga oder Aufstiege anderer Teams die Situation weiter verkompliziert.
Neuaufbau im Verein
Der SV Warnemünde plant nun einen Neuaufbau. Während die Damenmannschaft weiterhin in der vierthöchsten Klasse spielt, müssen die Herren eine neue Perspektive finden. Der Ribnitzer HV, Meister aus Mecklenburg-Vorpommern, war bereits aktiv auf dem Transfermarkt und verstärkte sich mit Leistungsträgern aus Warnemünde, Güstrow und des HC Empor II.
Für die Fans des SV Warnemünde bedeutet dies eine enttäuschende Entwicklung. Die Zukunft des Männer-Handballs am Ostseestrand bleibt ungewiss, doch der Verein zeigt sich entschlossen, neue Wege zu gehen.



