THW Kiel kämpft um Champions-League-Chance: Nordderby gegen Flensburg wird entscheidend
THW Kiel: Nordderby gegen Flensburg entscheidet über Champions League

THW Kiel: Nordderby gegen Flensburg wird zur Champions-League-Entscheidung

Der THW Kiel steht in der Handball-Bundesliga vor einer entscheidenden Phase. Während nationale Titel in dieser Saison nicht mehr erreichbar sind, konzentriert sich der Rekordmeister vollständig auf die Qualifikation für die Champions League. Das anstehende Nordderby gegen die SG Flensburg-Handewitt am Samstag wird dabei zur Schicksalsbegegnung.

Letzte Hoffnung auf europäischen Handball

Mit einem Rückstand von zehn Punkten auf Tabellenführer SC Magdeburg und dem vorzeitigen Aus im DHB-Pokal hat der THW Kiel alle nationalen Titelträume begraben müssen. Umso wichtiger wird nun das Derby gegen den großen Rivalen aus Flensburg. Ein Sieg wäre die letzte Möglichkeit, die minimalen Chancen auf einen Champions-League-Platz aufrechtzuerhalten.

„Für mich ist es in jedem Fall das größte Spiel, das es im Handball gibt“, betonte THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Es fällt am Wochenende keine endgültige Entscheidung über die Saison, aber um unsere Chancen auf einen Champions-League-Platz aufrechtzuerhalten, wäre ein Sieg natürlich elementar wichtig.“

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Kieler Krise nach Magdeburg-Erfolg

Die aktuelle Situation des THW Kiel ist paradox: Nach dem beeindruckenden 31:29-Sieg über Spitzenreiter Magdeburg Mitte Februar folgte eine deutliche Leistungskrise. Drei enttäuschende Ergebnisse in Folge – darunter eine deutliche 26:34-Heimniederlage gegen den VfL Gummersbach – haben die Mannschaft von Trainer Filip Jicha zurückgeworfen.

Auffällig war dabei die Abwesenheit von Spielmacher Elias Ellefsen á Skipagötu, der in allen drei Partien fehlte. Szilagyi relativierte jedoch: „Nicht nur Elias hat uns mit seiner individuellen Qualität sicher gefehlt. Aber es wäre mir zu billig zu sagen, dass das der einzige Grund war.“

Experten sehen Kiel als „Highlight-Team“

Handballexperte Stefan Kretzschmar analysiert die Situation des THW Kiel nüchtern: „Der THW darf gar nichts mehr verlieren bis zum Ende der Saison, und das ist in dieser Liga eigentlich nicht möglich.“ Der ehemalige Nationalspieler bezeichnete die Kieler als „Highlight-Team“, das bei Turnieren wie dem Final Four durchaus Erfolge feiern könne, aber Schwierigkeiten habe, Woche für Woche konstant hohe Leistungen abzurufen.

Historische Derbybilanz und neue Perspektiven

Das anstehende Spiel markiert das 116. Derby zwischen den norddeutschen Rivalen. Die bisherige Bilanz spricht mit 67:43 Siegen klar für den THW Kiel, bei fünf Unentschieden. Besonders bemerkenswert: Es ist bereits das dritte Aufeinandertreffen innerhalb von nur vier Wochen, nachdem die Kieler die beiden vorherigen Begegnungen in der European League für sich entscheiden konnten.

Für die kommende Saison hat der THW Kiel bereits bedeutende Verstärkungen angekündigt. Mit Julian Köster vom VfL Gummersbach und Domen Makuc vom Champions-League-Rekordsieger FC Barcelona sollen spielerische Qualität und taktische Flexibilität deutlich zunehmen. „Wir legen in der Qualität und in der Breite deutlich zu und wären dadurch auch für die Champions League gewappnet“, erklärte Szilagyi die langfristige Strategie.

Flensburg will den „Zebras“ den Spaß verderben

Auf der anderen Seite bereitet sich die SG Flensburg-Handewitt intensiv auf das Derby vor. Nach einer deutlichen 29:36-Niederlage im Europapokal zeigte sich Kapitän Johannes Golla kämpferisch: „Wir haben noch mehr zu bieten.“ Der Nationalspieler kündigte einen „heißen Tanz“ in der ausverkauften Halle an und machte deutlich, dass die Flensburger den Kielern die Freude am Derby verderben wollen.

Für den THW Kiel bleiben bis Saisonende noch einige schwierige Aufgaben, darunter die Partien gegen Titelverteidiger Füchse Berlin am 10. Mai und das Saisonfinale gegen den TBV Lemgo Lippe am 7. Juni. Beide Spiele finden jedoch in der heimischen Wunderino-Arena statt, was den Kielern einen gewissen Vorteil verschafft.

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