Wiencek bleibt zuversichtlich: THW Kiel kämpft weiter um Champions-League-Teilnahme
Der ehemalige Kapitän Patrick Wiencek ist fest davon überzeugt, dass der THW Kiel trotz der jüngsten Rückschläge in der Handball-Bundesliga weiterhin alle Möglichkeiten im Rennen um die begehrten Champions-League-Plätze besitzt. "Es ist unglaublich eng. Mit Berlin, Flensburg, Lemgo, uns und Gummersbach liegen mehrere Teams innerhalb weniger Minuspunkte. Jedes einzelne Spiel zählt in dieser Phase der Saison", erklärte der Ex-Kreisläufer des Rekordmeisters gegenüber der Sport Bild. "Unser Ziel ist und bleibt völlig klar: die Qualifikation für die Champions League."
Die aktuelle Tabellensituation und die Herausforderungen
Der THW Kiel, der am Samstagabend um 20:00 Uhr im hochspannenden Nordderby die SG Flensburg-Handewitt empfängt, musste in der Liga zuletzt überraschende Niederlagen gegen den VfL Gummersbach und beim TVB Stuttgart hinnehmen. Dadurch gilt die Mannschaft im aktuellen Champions-League-Rennen nur noch als Außenseiter. Nach 24 absolvierten Spieltagen liegt Kiel mit 34:14 Punkten punktgleich mit dem TBV Lemgo Lippe auf dem fünften Tabellenplatz.
Die Konkurrenz ist jedoch äußerst stark:
- Flensburg belegt mit 39:9 Punkten den zweiten Platz
- Die Füchse Berlin liegen mit 38:10 Punkten auf Rang drei
- Der VfL Gummersbach (33:13) sitzt den Kielern mit einem Spiel weniger dicht im Nacken
"Die Zeiten, in denen man selbstverständlich und fest mit der Teilnahme an der Champions League planen konnte, sind definitiv vorbei", analysiert Wiencek die veränderte Wettbewerbssituation in der Bundesliga.
Die Bedeutung des Nordderbys und die europäischen Perspektiven
Am Wochenende kommt es im 116. Schleswig-Holstein-Derby zum sportlich äußerst bedeutenden Wiedersehen in der Bundesliga. "Als ich dieses Derby selbst noch aktiv erlebt habe, dachte ich sofort: Wow. Diese besondere Intensität und Atmosphäre spürt man bei keinem anderen Bundesliga-Spiel so deutlich wie hier", schwärmte Wiencek, der seine erfolgreiche Karriere am Ende der vergangenen Saison beendet hatte, über das prestigeträchtige Duell. "Die Rivalität erinnert mich an die großen Fußballderbys zwischen Dortmund und Schalke."
Die Handball-Bundesliga hat bislang zwei sichere Startplätze für die Champions League zugesichert erhalten. Ein dritter Platz für ein deutsches Team gilt jedoch durchaus als realistisch. Neben einem möglichen Upgrade für den Bundesliga-Dritten könnte künftig auch der Sieger der European League einen Startplatz für die Königsklasse erhalten, in der in der kommenden Saison erstmals 24 Teams antreten werden.
In diesem europäischen Wettbewerb steht der THW Kiel bereits im Viertelfinale. Erst am Dienstag gewannen die Kieler beim nicht mehr bedeutungsvollen Abschluss der Hauptrunde deutlich mit 36:29 gegen den Nordrivalen Flensburg. Dieser Erfolg könnte zusätzliches Selbstvertrauen für das bevorstehende Bundesliga-Duell geben.
Das Nordderby am Samstag entwickelt sich damit zu einem der entscheidenden Saisonspiele für die Kieler Champions-League-Ambitionen. Bei einem Sieg könnte der THW den Rückstand auf die direkten Konkurrenten verringern und sich wieder stärker in die Diskussion um die europäischen Spitzenplätze bringen.



