Der Zoff zwischen Spanien und Argentinien nach dem WM-Final-Triumph der Spanier in den USA reißt nicht ab. Der frühere Leipziger Dani Olmo, Offensivspieler des FC Barcelona und Weltmeister, hat die Entschuldigung des argentinischen Co-Trainers Roberto Ayala als unglaubwürdig zurückgewiesen. Ayala hatte die Aggressionen nach dem Schlusspfiff bedauert, sie aber mit einer angeblichen Provokation durch Olmo gerechtfertigt. Olmo bestreitet dies entschieden.
Ayala rechtfertigt Faustschlag – Olmo widerspricht
„Jemand, der sagt, dass er seine Tat bereut, einen Faustschlag aber damit rechtfertigt, dass er eine Reaktion auf eine Bemerkung gewesen sei, bereut sie vermutlich nicht wirklich. Denn er sagt nicht die Wahrheit: Ich habe überhaupt nichts zu ihm gesagt“, erklärte Olmo im Interview mit Diari de Terrassa. Er sei einer der Führungsspieler der Spanier gewesen beim 1:0-Sieg nach Verlängerung vor gut einer Woche. „Deshalb brauche ich seine Entschuldigung auch nicht“, fügte er hinzu.
Ayala, einst selbst argentinischer Nationalspieler, war in das Getümmel um Spaniens Eric Garcia und Olmo verwickelt. „Es war eher ein Stoß als ein Schlag, es war eine Reaktion auf ein paar Worte“, hatte Ayala gegenüber Medien erklärt. Olmo konterte: „Was uns wirklich ausmacht, ist nicht der Fehler selbst, sondern der Mut, ihn mit Demut, Wahrhaftigkeit und Würde einzugestehen.“
FIFA leitet Untersuchung ein
Die Vorfälle nach dem WM-Finale haben ein Nachspiel. Der Fußball-Weltverband FIFA hat eine Untersuchung eingeleitet. Argentiniens Leandro Paredes hatte sich nach dem Abpfiff der Verlängerung zu einer Tätlichkeit hinreißen lassen: Er griff Spaniens Gavi am Leibchen, traf ihn mit der Hand im Gesicht und schubste ihn zu Boden. Zuvor hatte er Eric Garcia geschubst. Auch Ayala war Teil der Rangeleien.
Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente verurteilte das Verhalten der Argentinier scharf. „In dem Moment habe ich es gar nicht mitbekommen. Ich habe gefeiert und meine Mitspieler umarmt“, sagte de la Fuente im spanischen Fernsehen. „Aber auf jeden Fall ist das unerträglich, inakzeptabel, das darf nicht sein.“
Argentinische Fans randalieren
In Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires kam es nach dem Finale zudem zu Ausschreitungen unter Fans. Hunderte wütende Anhänger randalierten, nachdem die Nationalmannschaft das Endspiel verloren hatte. Die Polizei musste eingreifen. Die Stimmung im Land ist angespannt, während die FIFA weiter ermittelt.
Olmo selbst zeigte sich trotz der Vorfälle stolz auf den Titelgewinn. Der 28-Jährige, der beim FC Barcelona unter Vertrag steht, betonte den Teamgeist der Spanier. Die Auseinandersetzungen trübten jedoch die Feierlichkeiten. Ob die FIFA Sanktionen gegen argentinische Spieler oder Funktionäre verhängt, bleibt abzuwarten.



