Historischer Moment in der deutschen Leichtathletik: Abdilaahi übertrifft Baumanns Rekord
Ein fast drei Jahrzehnte alter Rekord in der deutschen Leichtathletik ist gefallen. Mohamed Abdilaahi hat den legendären Bestwert von Dieter Baumann über 10.000 Meter auf der Bahn deutlich unterboten und damit einen historischen Meilenstein gesetzt.
Ein Rekord mit Ansage: Abdilaahis beeindruckende Leistung
Beim Lauf-Meeting in San Juan Capistrano in Kalifornien zeigte der 27-jährige Athlet vom Club Cologne Athletics eine herausragende Leistung. In einer Zeit von 26:56,58 Minuten unterbot er die fast 29 Jahre alte Bestmarke von Dieter Baumann um mehr als 24 Sekunden. Baumann hatte seinen Rekord am 5. April 1997 im spanischen Barakaldo mit 27:21,53 Minuten aufgestellt.
„Ich bin megahappy und einfach dankbar, dass es so gut funktioniert hat“, sagte Abdilaahi nach seinem Coup. Der Rekord muss zwar noch offiziell bestätigt werden, doch die Leistung spricht für sich. Abdilaahi gewann mit dieser Zeit auch das gesamte Rennen und demonstrierte seine überragende Form.
Baumanns Reaktion: Anerkennung und Wünsche für die Zukunft
Dieter Baumann, der 61-jährige Olympiasieger von Barcelona 1992, zeigte sich beeindruckt von der Leistung des jungen Athleten. „Das ist toll, da muss alles passen. Er soll das genießen“, sagte Baumann der Deutschen Presse-Agentur. Für den erfahrenen Läufer kam die Bestmarke allerdings „mit Ansage“.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Abdilaahi Baumanns 5.000-Meter-Rekord in Monaco um 1,07 Sekunden auf 12:53,63 Minuten verbessert. „Unter 13 und unter 27 Minuten auf diesen beiden Distanzen - das ist schon Geschichte“, kommentierte Baumann diese Entwicklung.
Der ehemalige Spitzenläufer äußerte jedoch auch einen wichtigen Wunsch: „Ich würde mir wünschen, dass er diese Zeiten in Rennen umsetzt, wo es um Medaillen geht. Denn Rekorde sind vergänglich, Titel bleiben.“ Bei der WM 2025 in Tokio hatte Abdilaahi den Endlauf über 5.000 Meter noch verpasst.
Persönliche Verbindung und charakterliche Stärken
Die Nachricht vom Rekord erreichte Baumann telefonisch von seiner Ehefrau Isabelle, die in San Juan Capistrano als Trainerin vor Ort war. Baumann kennt Abdilaahi bereits seit Jahren und schätzt dessen besondere Mentalität.
„Der hat etwas ganz Tolles: so eine Unverschämtheit, so etwas Verrücktes. Er geht an Rennen heran, ohne sich Grenzen zu setzen. Sonst limitiert man sich ja auch selbst nur“, beschrieb Baumann den gebürtigen Mönchengladbacher, dessen Eltern aus Somalia stammen.
Weitere Erfolge und deutsche Konkurrenz
Abdilaahi sorgte bereits zu Beginn des Jahres für Aufsehen, als er in Valencia den deutschen Rekord von Marathon-Vizeweltmeister Amanal Petros über 10.000 Meter auf der Straße verbesserte. „Valencia lief ja sehr gut und ich bin nicht der beste Straßenläufer. Wenn ich auf der Straße gut laufe, bin ich auf der Bahn noch viel, viel stärker“, erklärte der Athlet nach seinem Erfolg in Kalifornien.
Auch ein weiterer deutscher Läufer zeigte in den USA eine starke Leistung. Hindernis-Spezialist Frederik Ruppert vom LAV Tübingen wurde in 27:24,53 Minuten Achter und verfehlte Baumanns alte Bestmarke damit nur um drei Sekunden. Dies unterstreicht die positive Entwicklung in der deutschen Langstrecken-Leichtathletik.
Mit diesem historischen Rekord schreibt Mohamed Abdilaahi ein neues Kapitel in der deutschen Leichtathletik-Geschichte und setzt ein deutliches Zeichen für die Zukunft des Sports in Deutschland.



