Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat den deutschen 100-Meter-Rekordler Owen Ansah trotz eines laufenden Verfahrens der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) für die Europameisterschaften in Birmingham nominiert. Der 25-jährige Sprinter vom Hamburger SV gehört zu den insgesamt 81 Athletinnen und Athleten, die der Verband für die Titelkämpfe vom 10. bis 16. August berufen hat.
Ansah trotz NADA-Ermittlungen startberechtigt
Ansah war am vergangenen Wochenende in Bochum auf überzeugende Weise deutscher Meister über 100 und 200 Meter geworden. Er startete dort, obwohl die NADA einen möglichen Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen prüft. Der Grund: Direkt vor seiner Abreise zum Diamond-League-Meeting in Monaco hatte Ansah am 9. Juli zu Hause keine Dopingprobe abgegeben, obwohl ihn ein Kontrolleur dazu aufgefordert hatte.
In einer Mitteilung des Verbandes erklärte Ansah, er sei unter Zeitdruck gestanden und habe so kurzfristig keine Probe abgeben können, auch weil er kurz zuvor die Toilette besucht habe. Der beste deutsche Sprinter wurde nicht suspendiert und ist derzeit startberechtigt. Er ist normalerweise auch festes Mitglied der deutschen 4x100-Meter-Staffel, die in Birmingham Medaillenchancen hat.
Entscheidung vor der EM steht aus
Sollte es vor der EM kein Urteil mehr in dem Verfahren geben, muss der DLV entscheiden, ob er Ansah aufstellt oder vorsorglich auf ihn verzichtet. Bei einer nachträglichen Sperre könnten eine Streichung der EM-Ergebnisse und die Aberkennung möglicher Medaillen drohen. Der DLV betonte, dass man das Verfahren respektiere und die Entscheidungen der NADA abwarte.
Ansah hält seit 2024 den deutschen Rekord über 100 Meter mit einer Zeit von 9,99 Sekunden. Seine Nominierung für die EM in Birmingham unterstreicht das Vertrauen des Verbandes in seine sportliche Leistungsfähigkeit, auch wenn die rechtlichen Fragen noch nicht abschließend geklärt sind. Die EM in Birmingham verspricht spannende Wettkämpfe, insbesondere in den Sprintdisziplinen und der Staffel.



