Kölner Dom: Eintrittspreis deckt täglich etwa Hälfte der Kosten
Kölner Dom: Eintrittspreis deckt Hälfte der Kosten

Knapp einen Monat nach der Einführung des Eintrittspreises für den Kölner Dom zeichnet sich eine erste positive Entwicklung ab: Die Einnahmen aus den 12-Euro-Tickets decken in den ersten Tagen etwa die Hälfte der täglichen Betriebskosten des Wahrzeichens. Das bestätigte das Domkapitel auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Hintergrund der Eintrittsgebühr

Seit dem 1. Juli 2025 ist der Besuch des Kölner Doms nur noch gegen eine Gebühr von zwölf Euro möglich. Ausgenommen bleiben weiterhin Gottesdienstbesuche sowie der Zugang zum Gebetsbereich – diese sind kostenfrei. Das Domkapitel erhofft sich durch die Einnahmen eine nachhaltige Finanzierung des Unterhalts und Betriebs des gotischen Bauwerks, dessen tägliche Kosten bei rund 44.000 Euro liegen.

„Die laufenden Kosten umfassen unter anderem Energie, Reinigung, Sicherheitspersonal und den Erhalt der Bausubstanz“ erläuterte ein Sprecher des Domkapitels. Die Eintrittsgelder sollen langfristig einen wesentlichen Beitrag zur Deckung dieser Ausgaben leisten.

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Erste Bilanz und Besucherresonanz

Das Domkapitel betonte jedoch, dass die bisherigen Zahlen noch keine umfassende Bilanz zuließen. Eine detaillierte Auswertung mit Besucherzahlen, Einnahmen und einer Analyse der Besucherstruktur sei erst für Anfang 2027 geplant. „Wegen saisonaler Schwankungen und der Einführungsphase sind belastbare Aussagen derzeit nicht möglich“ so das Domkapitel.

Trotz der kurzen Zeitspanne berichtete das Gremium von einer überwiegend positiven Resonanz der Besucher. „Viele Gäste nehmen den Dom als ruhiger und würdiger wahr, da es weniger Trubel gibt als vor der Einführung der Eintrittspreise“ teilte das Domkapitel der dpa mit. Dies sei ein erwünschter Nebeneffekt der neuen Regelung.

Finanzielle Auswirkungen und Ausblick

Bereits in den ersten Tagen nach der Einführung deckten die Eintrittsgelder rund die Hälfte der täglichen Kosten – das entspricht etwa 22.000 Euro pro Tag. Rechnet man dies hoch, ergäbe sich bei gleichbleibenden Besucherzahlen eine monatliche Einnahme von über 660.000 Euro, wobei das Domkapitel betont, dass dies aufgrund von Saisoneffekten noch nicht repräsentativ sei.

Die Einführung des Eintrittspreises war von kontroversen Diskussionen begleitet. Kritiker bemängelten, dass ein Gotteshaus grundsätzlich kostenfrei zugänglich sein solle. Befürworter hingegen verwiesen auf die hohen Unterhaltskosten und die Notwendigkeit, die Zukunft des Doms zu sichern. Das Domkapitel selbst betont, dass die Gebühr moderat sei und die kostenfreien Angebote für Gottesdienste und Gebete bestehen blieben.

Bis zur ersten umfassenden Bilanz im Jahr 2027 wird das Domkapitel die Entwicklung genau beobachten. Sollte die Zahl der Besucher stark zurückgehen, könnte dies die Finanzierung gefährden. Bislang deuten die ersten Rückmeldungen jedoch darauf hin, dass die Besucherzahl zwar gesunken ist, die verbleibenden Gäste den Dom aber bewusster erleben.

Fazit

Der Kölner Dom hat mit der Eintrittsgebühr einen ersten finanziellen Erfolg erzielt, auch wenn eine abschließende Bewertung noch Jahre dauern wird. Die Besucher scheinen die ruhigere Atmosphäre zu schätzen, während das Domkapitel auf eine nachhaltige Finanzierung hofft. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich der Eintrittspreis langfristig bewährt.

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