Genetischer Trick bei Hitze: Katzen ändern ihre Fellfarbe
Genetischer Trick: Katzen ändern Fellfarbe bei Hitze

Katzen mit sogenannter Point-Zeichnung scheinen ihre Fellfarbe tatsächlich verändern zu können. Vor allem bei Hitze wirken die dunklen Abzeichen oft deutlich heller. Hinter dem Phänomen steckt jedoch keine Laune der Natur, sondern eine besondere genetische Mutation, wie PETBOOK (gehört zu Axel Springer) berichtet.

Warum sich die Fellfarbe verändert

Der Farbwechsel beruht auf dem sogenannten Akromelanismus, auch Kälteschwärzung genannt. Ursache ist eine Mutation im Tyrosinase-Gen. Das Enzym Tyrosinase bildet das dunkle Farbpigment Melanin, arbeitet aber nur in kühleren Körperregionen zuverlässig. Deshalb bleiben warme Körperstellen hell, während Ohren, Gesicht, Pfoten und Schwanz dunkler gefärbt sind. Diese typischen Abzeichen werden als „Points“ bezeichnet und sind vor allem von Siamkatzen bekannt.

Hitze kann die Points aufhellen

Katzen mit dieser Mutation kommen nahezu weiß zur Welt, da die Temperatur im Mutterleib für die Melaninproduktion zu hoch ist. Erst nach der Geburt entwickeln sich die dunklen Bereiche. Die Färbung kann sich auch später noch verändern: Steigen im Sommer oder während einer Hitzewelle die Temperaturen, wird die Melaninbildung in den normalerweise kühleren Körperregionen gebremst – die Points erscheinen heller. Im Winter hingegen intensiviert sich die Pigmentierung oft wieder. Selbst nach einer Rasur können Haare dunkler nachwachsen, wenn sie bei niedrigeren Temperaturen gebildet werden.

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Hat die Fellfarbe Einfluss auf den Charakter?

Einen Zusammenhang zwischen Fellfarbe und Persönlichkeit gibt es nicht. Zwar berichten manche Halter von Unterschieden zwischen verschiedenen Point-Farben, wissenschaftlich belegt sind solche Beobachtungen jedoch nicht. Charakter und Verhalten werden vielmehr von Genetik, Prägung, Umfeld und Erfahrungen bestimmt.

Welche Katzen betroffen sind

Die temperaturabhängige Fellfärbung findet sich neben Siamkatzen auch bei Birmakatzen, Ragdolls, Burmakatzen, Himalaya-Katzen, Tonkanesen sowie Mischlingen mit entsprechender Veranlagung. Die sogenannte Himalaya-Mutation kommt zudem bei einigen anderen Tierarten vor. Die auffällige Zeichnung ist allerdings das sichtbare Ergebnis eines Gendefekts. Betroffene Katzen neigen häufiger zu Augenproblemen wie Schielen oder Nystagmus. Zudem gibt es Hinweise auf eine erhöhte Anfälligkeit für bestimmte Erkrankungen. Verantwortungsvolle Zucht und eine gute Gesundheitsvorsorge sind daher besonders wichtig.

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