Trump erzählt bei Grahams Trauerfeier von geleakter Telefonnummer – und sorgt für Gelächter
Trump sorgt mit geleakter Telefonnummer für Gelächter bei Trauerfeier

Bei der Trauerfeier für den verstorbenen republikanischen Senator Lindsey Graham in der Nationalkathedrale in Washington sorgte US-Präsident Donald Trump mit einer Anekdote für Heiterkeit. Trump erinnerte daran, wie er vor Jahren Grahams private Handynummer öffentlich gemacht hatte. Die Beziehung zwischen den beiden Politikern war anfangs von harter Kritik geprägt, bevor sie zu engen Verbündeten wurden.

Trump erzählt von der geleakten Telefonnummer

Während seiner Rede vor den Trauergästen, darunter zahlreiche hochrangige Politiker, blickte Trump auf die Zeit vor seiner ersten Amtszeit zurück. Damals zählte Graham zu seinen lautstärksten Kritikern. Trump revanchierte sich, indem er die private Telefonnummer des Senators während einer Rede veröffentlichte. Er sagte: „Ich habe natürlich etwas getan, was ich nicht hätte tun sollen. Ich habe seine private Handynummer an die Millionen von Menschen weitergegeben, die an diesem Tag zufällig zuschauten, als ich eine Rede hielt – eine sehr wichtige Rede.“

Trump fügte hinzu: „Und ich erinnere mich an die Nummer (202) 228-0292, falls jemand es mal versuchen möchte.“ Die Bemerkung sorgte unter den Anwesenden für Gelächter. Grahams Telefon sei daraufhin förmlich explodiert, berichtete der Präsident. Der Republikaner habe jedoch letztlich das letzte Lachen gehabt: „Aber Lindsey hatte letztendlich das letzte Lachen, denn, nun ja, ich habe ihm einen Tag lang das Telefon heißlaufen lassen. Wir wurden gute Freunde, und Lindsey hat in den nächsten zehn Jahren nicht aufgehört, mich anzurufen. Das war nicht einfach.“

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Würdigung eines Staatsmannes

Trump würdigte Graham jedoch auch als respektierten Staatsmann. Er hob hervor, dass Graham aus einfachen Verhältnissen zu weltweiter Anerkennung gelangt sei und sich leidenschaftlich für Amerika eingesetzt habe. Allerdings sei der Senator nicht bei allen gleichermaßen beliebt gewesen. Trump sagte: „Egal, wie hitzig es in Washington auch zuging, praktisch jeder – ob Republikaner oder Demokrat – mochte Lindsey. Na ja, nicht jeder. Aber das klingt gut. Nicht jeder. Er war ein harter Brocken.“

Graham war Mitte Juli überraschend an den Folgen einer Herzerkrankung gestorben. An der Gedenkfeier nahmen unter anderem der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teil. Selenskyj wollte im Anschluss an die Trauermesse bei US-Parlamentariern für die von Graham mit ausgehandelten Russlandsanktionen werben. Die Anwesenheit der beiden Staatschefs unterstrich die internationale Bedeutung des Verstorbenen.

Von Rivalen zu Freunden

Die Beziehung zwischen Trump und Graham durchlief mehrere Phasen. Während des Wahlkampfs 2016 gehörte Graham zu den schärfsten Kritikern Trumps. Er bezeichnete Trump als „Rassisten“ und „Xenophoben“. Nach Trumps Sieg suchte Graham jedoch die Annäherung und wurde zu einem der engsten Verbündeten des Präsidenten im Senat. Die Anekdote mit der Telefonnummer machte diese Entwicklung deutlich. Trump scherzte, dass Graham ihn seitdem unentwegt anrufe – eine Anspielung auf ihre enge Zusammenarbeit in den folgenden Jahren.

Die Trauerfeier war von einer Mischung aus Emotionen und politischen Untertönen geprägt. Während Trump mit seiner Geschichte für Lacher sorgte, betonten andere Redner Grahams ernsthafte politische Arbeit. Graham hatte sich unter anderem für eine harte Linie gegenüber Russland und für die Stärkung der NATO eingesetzt. Seine plötzliche Erkrankung und sein Tod mit 69 Jahren lösten in Washington Bestürzung aus.

Internationale Gäste und politische Botschaften

Die Anwesenheit von Netanyahu und Selenskyj zeigte die engen Kontakte Grahams ins Ausland. Netanyahu würdigte Graham als Freund Israels, der sich unermüdlich für die Sicherheit des Landes eingesetzt habe. Selenskyj nutzte den Aufenthalt in Washington, um für weitere Unterstützung der Ukraine gegen Russland zu werben. Graham war maßgeblich an der Ausarbeitung der Russlandsanktionen beteiligt gewesen, die 2024 verabschiedet wurden.

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Trump selbst vermied in seiner Rede direkte politische Aussagen, konzentrierte sich vielmehr auf die persönliche Entwicklung seiner Beziehung zu Graham. Die Geschichte von der Telefonnummer wurde in den sozialen Medien bereits vielfach geteilt und kommentiert. Sie zeigt einmal mehr Trumps Hang zum Unkonventionellen – selbst bei einer Trauerfeier.

Insgesamt war der Gottesdienst in der Nationalkathedrale ein Zeichen der Einigkeit über Parteigrenzen hinweg. Neben Trump waren auch mehrere demokratische Senatoren anwesend. Grahams Familie bedankte sich für die Anteilnahme. Die Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt.