Die Stadtverwaltung Potsdam hat die Bearbeitungszeiten für Wohngeldanträge im Vergleich zum Vorjahr erneut nahezu halbiert. Laut einer Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN) beträgt die durchschnittliche Bearbeitungsdauer nun nur noch sechs Wochen. Dieser Fortschritt ist Teil der laufenden Bemühungen, die Effizienz bei der Bearbeitung von Sozialleistungen zu steigern.
Erfolg bei der Antragsbearbeitung
Die Halbierung der Bearbeitungszeit ist ein beachtlicher Erfolg für die Stadtverwaltung. Während die genauen Zahlen des Vorjahres nicht genannt wurden, ist die Verbesserung deutlich spürbar. Antragsteller müssen nun deutlich kürzer auf die Entscheidung über ihren Wohngeldantrag warten, was angesichts der angespannten Wohnungsmarktlage in Potsdam eine erhebliche Erleichterung darstellt. Die Verwaltung betont, dass dieser Erfolg auf verstärkte Personalkapazitäten und optimierte interne Abläufe zurückzuführen ist.
Verzögerung bei KI-Einführung
Allerdings gibt es einen Dämpfer: Die geplante Künstliche Intelligenz (KI) mit dem Namen „Wohni“, die im vergangenen Herbst mit großen Hoffnungen auf eine weitere Beschleunigung angekündigt wurde, lässt auf sich warten. Die Einführung der KI-Unterstützung, die die Bearbeitung automatisiert und vereinfachen sollte, verzögert sich. Die Stadtverwaltung nannte technische Herausforderungen als Hauptgrund für die Verspätung. Ein neuer Termin für den Einsatz von „Wohni“ wurde bislang nicht genannt.
Die Verzögerung kommt überraschend, da die KI als wichtiger Baustein der Digitalisierungsstrategie der Stadt galt. Bis zur Einführung müssen die Mitarbeiter weiterhin auf konventionelle Weise arbeiten. Die Stadt versicherte jedoch, dass die bisherigen Verbesserungen auch ohne KI nachhaltig sind und die Antragsbearbeitung stabil auf dem niedrigen Niveau bleibt.
Hintergrund: Wohngeld in Potsdam
Wohngeld ist eine staatliche Unterstützung für einkommensschwache Haushalte zur Finanzierung der Wohnkosten. In Potsdam, wo die Mieten in den letzten Jahren stark gestiegen sind, ist die Zahl der Anträge kontinuierlich gewachsen. Die Stadtverwaltung stand daher unter Druck, die Bearbeitungszeiten zu verkürzen, um eine schnelle Hilfe zu gewährleisten. Mit der aktuellen Halbierung ist ein wichtiger Schritt gelungen, auch wenn die KI-Unterstützung noch aussteht.
Die Stadtverwaltung plant, die Digitalisierung weiter voranzutreiben und die Bearbeitungsprozesse noch effizienter zu gestalten. Bis zur Einführung von „Wohni“ setzt man auf zusätzliche Schulungen für das Personal und die Optimierung der bestehenden Software. Ziel ist es, die Antragsbearbeitung langfristig auf unter vier Wochen zu reduzieren, wie aus Verwaltungskreisen verlautet.
Auswirkungen auf Bürger
Die verkürzte Bearbeitungszeit bedeutet für viele Potsdamer eine schnellere finanzielle Entlastung. Gerade in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten ist die zeitnahe Auszahlung des Wohngeldes für viele Haushalte existentiell. Bürger, die einen Antrag stellen, können nun mit einer Entscheidung innerhalb von eineinhalb Monaten rechnen, was eine deutliche Verbesserung gegenüber früheren Wartezeiten darstellt.
Die Stadtverwaltung appelliert dennoch an die Antragsteller, alle erforderlichen Unterlagen vollständig einzureichen, um Verzögerungen zu vermeiden. Bei unvollständigen Anträgen kann die Bearbeitung länger dauern. Informationen zu den benötigten Dokumenten sind auf der städtischen Webseite verfügbar.
Ausblick
Potsdam bleibt auf einem guten Weg, die Bearbeitungszeiten für Wohngeldanträge weiter zu senken. Die Verzögerung bei der KI „Wohni“ ist ein Rückschlag, aber kein Grund zur Sorge, so die Stadtverwaltung. Man arbeite intensiv an der Lösung der technischen Probleme und werde zu gegebener Zeit einen neuen Einführungstermin bekannt geben. Bis dahin steht die Stadt ihren Bürgern mit den vorhandenen Mitteln zur Seite und profitiert bereits von den bisherigen Effizienzsteigerungen.



