In Rheinland-Pfalz ist die bundesweit erste einheimische Infektion mit dem West-Nil-Virus in diesem Jahr nachgewiesen worden. Wie die Kreisverwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises mitteilte, erfolgte die Ansteckung höchstwahrscheinlich durch einen Mückenstich im Landkreis. Die betroffene Person sei nicht ansteckend und habe sich nicht im Ausland aufgehalten; der Nachweis sei zufällig erfolgt. Das Robert Koch-Institut (RKI) bestätigte, dass es sich um die erste sogenannte autochtone Infektion – also eine Ansteckung im Inland – im Jahr 2025 handelt.
Ausbreitung des West-Nil-Virus in Deutschland
Das durch heimische Stechmücken auf den Menschen übertragbare West-Nil-Virus ist in Teilen Deutschlands bereits verbreitet. Laut einer Studie der Berliner Charité ist das Virus in der Hauptstadt inzwischen fest etabliert. Im gesamten Jahr 2025 verzeichnete das RKI bisher lediglich vier gemeldete Übertragungen in Deutschland. Demgegenüber steht eine weitaus höhere Zahl von Infektionen, die sich Deutsche im Ausland zuzogen. Wissenschaftler gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus, da viele Fälle mild verlaufen und nicht erkannt werden.
Symptome und Verlauf der Erkrankung
Etwa 20 Prozent der Infizierten entwickeln laut RKI eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung. Nur etwa jede 100. infizierte Person erkrankt schwer, etwa mit Meningitis oder Enzephalitis. Das Virus wird hauptsächlich von Stechmücken zwischen wildlebenden Vögeln übertragen, kann aber auch auf Menschen übergehen. In der Regel heilt das West-Nil-Fieber komplikationslos aus, jedoch sind bei schwer erkrankten Patienten Spätfolgen relativ häufig. Eine spezifische Therapie oder ein Impfstoff existieren nicht; die Behandlung erfolgt symptomatisch.
Schutzmaßnahmen empfohlen
Das RKI empfiehlt an Orten mit bekannter Mückenbelastung das Tragen von langärmeligen Hemden oder Blusen und langen Hosen. Insektenabwehrmittel, Moskitonetze und Fenstergitter bieten zusätzlichen Schutz. Zudem sollten Mückenbrutplätze im Wohnumfeld möglichst beseitigt werden – die Insekten legen ihre Eier bereits in kleinen Wasseransammlungen wie Eimern, Untersetzern und verstopften Dachrinnen ab. Warme Sommertage mit gelegentlichem Regen begünstigen die Mückenvermehrung.
Internationale Warnungen
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat kürzlich wegen mehrerer Erkrankungen an West-Nil-Fieber in Südeuropa zu verstärkter Wachsamkeit aufgerufen. Auch in Deutschland bleibt die Lage unter Beobachtung, insbesondere da das Virus durch den Klimawandel weiter nach Norden vordringen könnte.



