Deutsche Leichtathleten mit reduziertem Team bei Hallen-WM in Polen
Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat ein überschaubares aber hochkarätiges Aufgebot für die Hallen-Weltmeisterschaften in Torun nominiert. Insgesamt werden nur 13 deutsche Athletinnen und Athleten vom 20. bis 22. März im polnischen Torun an den Start gehen. Die Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Ogunleye führt als größte Medaillenhoffnung das deutsche Team an.
Ogunleye und Farken als deutsche Aushängeschilder
Yemisi Ogunleye, die bei der Hallen-WM 2024 in Glasgow die Silbermedaille gewann und aktuell auf Platz drei der weltweiten Indoor-Jahresbestenliste steht, gilt als größte deutsche Medaillenchance. Neben der TG Mannheim-Athletin geht auch Robert Farken über 1500 Meter mit guten Aussichten ins Rennen. Der Leipziger hatte bei der letzten Hallen-WM den sechsten Platz belegt und zählt zu den erfahrensten deutschen Mittelstrecklern.
Auffällig ist das Fehlen der deutschen Sprinter und der Top-Weitspringerin Malaika Mihambo. Die Athleten verzichten bewusst auf den Start in Torun, um sich optimal auf die kommende Sommersaison vorzubereiten. Diese strategische Entscheidung unterstreicht die langfristige Planung des DLV.
DLV-Vorstand Bügner sieht WM als wichtigen Entwicklungsschritt
Jörg Bügner, DLV-Vorstand Leistungssport, betonte die Bedeutung der Hallen-WM als Vorbereitung für die Europameisterschaften im Sommer in Birmingham: "Unser Team repräsentiert einen ausgewogenen Mix aus jungen Talenten und erfahrenen Athleten. Alle Nominierten blicken bereits auf eine erfolgreiche Hallensaison zurück und wollen in Torun noch eine Steigerung zeigen."
Bei der letzten Hallen-WM 2025 in Nanjing hatte Deutschland nur eine einzige Medaille durch Mehrkämpfer Till Steinforth (Bronze) gewonnen. Der DLV hofft in diesem Jahr auf eine bessere Ausbeute, wobei die Qualität vor Quantität stehen soll.
Das komplette deutsche Aufgebot für Torun
Männer:
- 800 Meter: Malik Skupin-Alfa (LG Offenburg), Alexander Stepanov (VfL Sindelfingen)
- 1500 Meter: Robert Farken (SG Motor Gohlis-Nord Leipzig)
- Weitsprung: Luka Herden (LG Brillux Münster)
- Siebenkampf: Manuel Eitel (SSV Ulm 1846)
Frauen:
- 60 Meter: Philina Schwartz (Berlin Athletics Capital Club)
- 1500 Meter: Nele Weßel (Königsteiner LV)
- 60 Meter Hürden: Ricarda Lobe (MTG Mannheim), Marlene Meier (TSV Bayer 04 Leverkusen)
- Hochsprung: Imke Onnen (Cologne Athletics)
- Kugelstoßen: Katharina Maisch (LV 90 Erzgebirge), Yemisi Ogunleye (TG Mannheim)
- Fünfkampf: Sandrina Sprengel (VfB Stuttgart 1893)
Das reduzierte deutsche Team zeigt, dass der DLV bei dieser Hallen-WM auf Qualität statt Quantität setzt. Mit Ogunleye als Zugpferd und einer Mischung aus erfahrenen Athleten wie Farken und aufstrebenden Talenten will Deutschland in Torun möglichst viele Finalplätze erreichen und Medaillenchancen nutzen. Die Hallen-WM dient dabei nicht nur als eigenständiger Wettbewerb, sondern vor allem als wichtiger Entwicklungsschritt auf dem Weg zu den Europameisterschaften im Sommer.



