Istaf Indoor: Sechs Fehlstarts und drei Meetingrekorde bei der Generalprobe zur Hallen-WM
Istaf Indoor: Fehlstarts und Rekorde vor Hallen-WM

Istaf Indoor: Sprinter meistern Startpanne mit Rekordleistungen

Als letzter Test vor der Hallen-Weltmeisterschaft in Torun (Polen, ab 20. März) ließen es 116 Leichtathleten aus 27 Nationen beim Istaf Indoor in der Berliner Uber-Arena mächtig krachen. Vor 12.000 ausverkauften Zuschauern und begleitet von Feuerwerk sowie Popmusik wurde es auf der blauen Bahn richtig schnell – allerdings erst nach einem kuriosen Auftakt.

Sechs Fehlstarts verzögern das Sprintfinale

Die 60-Meter-Sprinter erlebten einen denkwürdigen Abend, als die elektronische Startanlage insgesamt sechs Fehlstarts produzierte. Immer wieder wurden die Athleten zurückgeschickt, was zu einer 25-minütigen Verzögerung führte. Kevin Kranz (27/Wetzlar) kommentierte die Situation mit Humor: „Stabhochspringer Torben Blech hat mir beim Warten seinen Stab in die Hand gedrückt, ich wollte schon die Disziplin wechseln.“

Sein Konkurrent Owen Ansah (25/Hamburg), der mit 6,57 Sekunden ins Ziel kam, sagte: „Das waren mehr Block-Starts, als ich im Training mache. Aber dafür war es trotzdem schnell. Ich bin froh, mein Trainer wollte mich schon aus dem Rennen nehmen, damit ich mich nicht verletze.“ Istaf-Athleten-Manager Thomas Kremer erklärte den Vorfall: „Es war leider ein Fehler in der Anlage, da konnte die Starterin gar nichts dafür.“

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Drei Meetingrekorde heben die Stimmung

Das Finale der Männer gewann schließlich der Brite Jeremiah Azu (24), Hallen-Welt- und Europameister, in Meetingrekordzeit von 6,47 Sekunden. Azu zeigte sich unbeeindruckt: „Ich wollte gern 6,40 rennen, die Fehlstarts haben mich nicht sonderlich gestört. Niemand kann dafür. Berlin ist immer fantastisch, hier möchte jeder Athlet starten.“

Bei den Frauen verlief alles reibungslos. Deutschlands neue Sprint-Hoffnung Philina Schwartz (19/Berlin Athletics) belegte einen respektablen vierten Platz in 7,27 Sekunden. Sie analysierte: „Das Finale war kein gutes Rennen von mir, es lief nicht rund. Der erste Start beim Istaf war trotzdem sehr schön, jetzt freue ich mich auf die WM.“ Den Sieg holte sich die Kanadierin Sade McCreath (29) mit 7,12 Sekunden.

Weitere Höhepunkte des Abends

Der zweite Knaller des Abends gelang dem Polen Jakub Szymanski (23), der die 60 Meter Hürden in Weltjahresbestleistung, Meeting- und Landesrekord (7,37 Sekunden) gewann. Szymanski strahlte: „Ich bin stolz, dass ich den Rekord gebrochen habe. Jetzt will ich bei meiner Heim-WM natürlich die Goldmedaille holen und zum Nationalhelden werden.“

Bei den Frauen siegte über die Hürden die Niederländerin Nadine Visser (31) in 7,81 Sekunden. Im Weitsprung setzte sich ihre Landsfrau Pauline Hondema (25) mit 6,57 Metern knapp vor der deutschen Favoritin Malaika Mihambo (32) durch, die ebenfalls 6,57 Meter sprang.

Das Stabhochspringen entschied der Philippiner Ernest Obiena (30) mit einer Saisonbestleistung von 5,78 Metern für sich. Zu später Stunde folgte der dritte Kracher: Die niederländische Weltmeisterin Jessica Schilder (26) stellte im Kugelstoßen mit 20,69 Metern nicht nur den dritten Meetingrekord des Abends auf, sondern verbesserte auch den Landesrekord und erzielte die Weltjahresbestleistung.

Deutschlands Olympiasiegerin Yemisi Ogunleye (27) belegte mit 19,08 Metern den dritten Platz. Für den Sieg hätte die Mannheimerin ihre persönliche Bestleistung übertreffen müssen. Trotz der turbulenten Startphase bewies das Istaf Indoor einmal mehr seine Klasse als wichtiger Wettkampf im internationalen Leichtathletik-Kalender.

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