Neubrandenburger Kugelstoß-Talent Emily Scherf vor Duell mit Olympiasiegerin Ogunleye
Die diesjährige Hallensaison in der Leichtathletik findet für Emily Scherf vom SC Neubrandenburg mit einem besonderen Höhepunkt ihren Abschluss. Die 19-jährige Kugelstoßerin wird am Wochenende bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund erstmals im Elitefeld der deutschen Athletinnen antreten und dabei auf die Olympiasiegerin Yemisi Ogunleye von der MTG Mannheim treffen. Dieser Wettkampf markiert einen bedeutenden Schritt in der jungen Karriere der Nachwuchssportlerin.
Erfahrungssammlung im Spitzenfeld
Nach Aussagen ihres neuen Trainers Dieter Kollark soll der Wettkampf in Dortmund primär dazu dienen, wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Der renommierte Erfolgscoach, der bereits Athletinnen wie Astrid Kumbernuss, Franka Dietzsch und Claudine Vita zu Weltklasse-Niveau formte, traut seiner Schützling dennoch eine Platzierung unter den Top 5 zu. „Die Trainingsergebnisse sind sehr gut, aber im Wettkampf hätte Emily schon weiterstoßen können. Da konnte sie ihre Leistungen im Training noch nicht ganz umsetzen“, analysierte Kollark die bisherige Saison.
Der Kugelstoß-Wettbewerb findet am Freitag ab 18 Uhr in der Helmut-König-Halle statt. In der deutschen Jahresbestenliste der U20 führt Emily Scherf aktuell klar als Nummer 1, während sie in der Elite-Rangliste auf Platz acht steht. An der Spitze thront Yemisi Ogunleye mit einer beeindruckenden Weite von 19,86 Metern.
Persönliche Bestleistung und Saisonziele
In dieser Hallensaison verbesserte Emily Scherf ihre persönliche Bestweite auf 16,43 Meter und sicherte sich unter anderem den Deutschen Meistertitel der U20. Dennoch zeigt sich Trainer Kollark mit der bisherigen Leistung nicht vollständig zufrieden. „Wichtig ist aber die Sommersaison“, betonte er und verwies auf das große Saisonziel des Neubrandenburger Duos: die Teilnahme an der U20-Weltmeisterschaft im Sommer in den USA.
In der Weltjahresbestenliste der U20 rangiert Emily Scherf derzeit auf Platz drei. Die beste U20-Kugelstoßerin der Welt ist aktuell Jessica Oji aus den USA, die gebürtige Nigerianerin erreichte in diesem Jahr bereits eine Weite von 18,45 Metern.
Weitere Athleten aus Mecklenburg-Vorpommern
Bei den Deutschen Hallenmeisterschaften der Elite in Dortmund sind am Wochenende knapp 550 Sportler aus 134 Vereinen gemeldet. Mecklenburg-Vorpommern ist mit sechs Athleten aus zwei Clubs vertreten. Neben Emily Scherf haben vor allem zwei weitere Sportlerinnen aus der Region Medaillenchancen:
- Johanna Martin vom 1. LAV Rostock tritt als Titelverteidigerin über 400 Meter an. Die 19-Jährige lief in diesem Winter bei einem Hallenmeeting in Karlsruhe 52,56 Sekunden, während die Schnellste in dieser Saison bisher Skadi Schier vom SSC Berlin mit 52,27 Sekunden ist.
- Lia Flotow, ebenfalls vom 1. LAV Rostock, könnte über 60 Meter Hürden um Edelmetall kämpfen. Die Schützling von Trainer Birger Voigt verbesserte ihre persönliche Bestzeit in dieser Wintersaison auf 8,09 Sekunden und liegt damit auf Platz fünf der deutschen Jahresbestenliste. Die Nummer 1 ist Marlene Meier vom TSV Bayer Leverkusen mit 7,97 Sekunden.
Die Deutschen Hallenmeisterschaften versprechen somit spannende Wettkämpfe und die Möglichkeit für junge Talente wie Emily Scherf, sich im direkten Vergleich mit etablierten Spitzenathleten zu beweisen.



