Rostocker Hürdensprinterin Lia Flotow glänzt in Berlin mit neuer Bestzeit
Mit einem beeindruckenden Leistungssprung hat die Rostocker Hürdensprinterin Lia Flotow ihre Hallensaison beim ISTAF Indoor in Berlin beendet. Die Athletin vom 1. LAV Rostock rannte über 60 Meter Hürden in 8,03 Sekunden zur neuen persönlichen Bestzeit und pulverisierte damit ihre alte Marke deutlich. Bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund vor einer Woche war die 21-Jährige noch 8,09 Sekunden gelaufen.
Starker Vorlauf und Finaleinzug als Überraschung
Bereits im Vorlauf zeigte Flotow ihre Topform, als die Uhr bei 8,03 Sekunden stehen blieb. In einem international hochkarätig besetzten Finale stellte sie diese Zeit dann als Fünfte ein und bewies damit ihre Konstanz auf höchstem Niveau. „Ich wusste, wenn alles zusammenpasst, kann ich das auf jeden Fall laufen. Und das hat im Vorlauf geklappt. Dass ich dann auch noch das große Q bekommen habe und ins Finale gekommen bin, war mega“, sagte die Rostockerin nach dem Rennen. Sie fügte hinzu: „Damit hatte ich bei dem starken Starterfeld eher nicht gerechnet.“
Internationale Konkurrenz und deutsche Niederlagen
Den Sieg in dem Weltklasse-Feld holte sich die Niederländerin Nadine Visser. Die zweimalige Halleneuropameisterin setzte sich in einem spannenden Duell mit 7,81 Sekunden knapp vor Tokio-Weltmeisterin Ditaji Kambundji aus der Schweiz durch. Dritte wurde die Mannheimerin Ricarda Lobe mit 7,98 Sekunden. „Die Atmosphäre und das Publikum sind einfach großartig“, sagte Nadine Visser nach ihrem Triumph.
Für deutsche Stars gab es hingegen Enttäuschungen. Malaika Mihambo und Yemisi Ogunleye mussten vor den 12.000 Zuschauern in der ausverkauften Uber-Arena Niederlagen hinnehmen. Olympiasiegerin Ogunleye wurde beim Sieg der niederländischen Kugelstoß-Weltmeisterin Jessica Schilder mit 19,08 Metern Dritte. Weitspringerin Mihambo kam auf 6,57 Meter und unterlag der Niederländerin Pauline Hondema aufgrund eines schlechteren zweiten Versuchs.
Kurioses Rennereignis und Ausblick
Ein kurioses Ereignis gab es im ersten Vorlauf der Sprinter, wo aufgrund eines technischen Defekts sechs Fehlstarts mit zwei Disqualifikationen stattfanden. Das Finale gewann schließlich der britische Hallen-Weltmeister Jeremiah Azu in 6,47 Sekunden.
Für Lia Flotow geht es nun in die Vorbereitung auf die Freiluftsaison. „Mit der Hallensaison bin ich super zufrieden, auch wenn ich knapp die WM-Norm von 8,02 Sekunden verpasst habe“, erklärte sie. In den kommenden Wochen stehen zwei Trainingslager in der Türkei und in Südafrika auf dem Programm. „Und dann bin ich gespannt auf die Sommersaison“, so die motivierte Rostockerin, die mit ihrer Leistung in Berlin ein starkes Signal für die Zukunft gesetzt hat.



