Mihambo krönt holprige Hallensaison mit neuntem Titel in Folge bei deutschen Meisterschaften
Mihambo holt 9. Hallen-Titel trotz Problemen

Mihambo setzt Titelserie fort: Neunter Hallenmeistertitel trotz holpriger Saison

Die deutschen Leichtathletik-Stars präsentierten sich bei den nationalen Hallen-Meisterschaften in Dortmund in unterschiedlicher Verfassung. Während Malaika Mihambo ihre beeindruckende Titelserie fortsetzte, zeigte sich in vielen Disziplinen noch deutlicher Abstand zur absoluten Weltspitze.

Weitsprung-Königin mit gemischten Gefühlen

Malaika Mihambo formte nach ihrem Sieg mit den Händen ein Herz und winkte den 4.000 Zuschauern in der Helmut-Körnig-Halle zu. Die 32-jährige Weitspringerin sicherte sich mit 6,57 Metern ihren neunten deutschen Hallenmeistertitel in Folge und setzte sich damit gegen Libby Buder durch, die mit 6,41 Metern die Jahresbestleistung beisteuerte.

Trotz des Erfolgs zeigte sich die Olympiasiegerin und zweifache Weltmeisterin nicht vollständig zufrieden: „Heute lief es nicht ganz so, wie ich mir das erhofft hatte“, analysierte Mihambo. „Beim Anlauf fühlte ich mich schnell wie selten in der Halle. Und dann war ich doch ein wenig ratlos, wie man dann so wenig weit springen kann.“ Die Athletin wird ihre Hallensaison mit dem Istaf Indoor in Berlin beenden und auf die Weltmeisterschaften in Polen verzichten.

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Ogunleye als deutsche WM-Hoffnung

Ganz anders präsentierte sich Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Ogunleye. Die 27-jährige Mannheimerin sorgte am Freitagabend mit einer persönlichen Bestleistung von 20,37 Metern für den Höhepunkt der deutschen Meisterschaften. Damit reist sie als größte Medaillenhoffnung aus dem Kreis der deutschen Hallen-Titelträger zu den Weltmeisterschaften nach Torun.

„Ich möchte versuchen, den Fokus bei mir zu behalten und weiter so weit zu stoßen“, sagte Ogunleye, die in der Halle bereits WM-Silber errungen hat. Ihre Leistung wurde von Sportvorstand Jörg Bügner ausdrücklich als Weltklasseleistung gewürdigt.

Internationales Mittelmaß und verpasste Rekorde

Viele andere Leistungen blieben international betrachtet im Mittelfeld. Der ehemalige Vize-Europameister Bo Kanda Lita Baehre begnügte sich im Stabhochsprung mit einem gültigen Versuch über 5,60 Metern für den deutschen Titel und räumte ein: „Es wäre mehr möglich gewesen.“ Zum Vergleich: Der griechische WM-Zweite Emmanouil Karalis meisterte bei seinen nationalen Meisterschaften 6,17 Meter und versuchte sogar zweimal, den Weltrekord zu brechen.

Einige WM-Normen wurden in Dortmund dennoch unterboten. Alexander Stepanov überzeugte über 800 Meter in 1:45,84 Minuten, verpasste den deutschen Rekord aber um fast eine Sekunde. „Die letzten 100 Meter waren sehr hart. Ich bin viel zu schnell angegangen“, analysierte der Athlet.

Das spannende 60-Meter-Finale gewann 100-Meter-Rekordler Owen Ansah in 6,55 Sekunden gegen starke Konkurrenz – nur drei Hundertstel fehlten dem Hamburger zur Hallen-Bestmarke. Bei den Frauen stürmte die erst 19-jährige Philina Schwartz aus Berlin in Abwesenheit von Gina Lückenkemper in 7,18 Sekunden auf Rang eins.

Positive Standortbestimmung vor Saisonhöhepunkten

Sportvorstand Jörg Bügner wertete die Titelkämpfe als wichtige Standortbestimmung auf dem Weg zur Hallen-WM und zur Europameisterschaft im August in Birmingham. „Diese Standortbestimmung haben die Athletinnen und Athleten bravourös gemeistert und können mit Rückenwind in die bevorstehenden Aufgaben gehen“, befand Bügner und lobte neben Ogunleyes Leistung auch die Sprint-Finals.

Einige bewährte Kräfte fehlten in Dortmund, darunter Hammerwerfer Merlin Hummel, der als WM-Zweite nur als fleißiger Autogrammschreiber gefragt war und erst im Freien wieder dabei sein wird. Der Olympia-Sechste Simon Batz sprang bei seinem Sieg 8,09 Meter weit und hofft nun auf den WM-Start.

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