München bewirbt sich um Leichtathletik-WM 2029 oder 2031 – Stadtrat beschließt Großveranstaltung
München bewirbt sich um Leichtathletik-WM 2029 oder 2031

München bewirbt sich um Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2029 oder 2031

Der Münchner Stadtrat hat in seiner Sitzung am Mittwoch einen bedeutenden Beschluss gefasst: Die bayerische Landeshauptstadt wird sich offiziell um die Ausrichtung der Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Jahr 2029 oder 2031 bewerben. Diese Entscheidung fiel mit einer deutlichen Mehrheit im Gremium und markiert einen weiteren Schritt Münchens als internationaler Sportstandort.

Kosten von bis zu 110 Millionen Euro für neuntägiges Event

Die geplante Großveranstaltung wird voraussichtlich neun Tage dauern und mit Kosten von bis zu 110 Millionen Euro verbunden sein. Ein erfreulicher Aspekt für die Stadtkasse: München muss davon nur etwa ein Drittel selbst tragen. Den verbleibenden Anteil teilen sich der Bund und der Freistaat Bayern. Diese finanzielle Entlastung war ein wichtiges Argument für viele Stadtratsmitglieder.

Beppo Brem von den Grünen betonte die globale Bedeutung des Events: "Nach Olympia ist die Leichtathletik-WM die bedeutendste Sportveranstaltung der Welt." Er verwies zudem auf die aktuellen Sanierungsarbeiten im Olympiapark, wo die Wettkämpfe stattfinden sollen. Die 110 Millionen Euro fließen somit nicht in neue Sportstätten, sondern dienen vor allem dazu, das erwartete Defizit der Veranstaltung auszugleichen.

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Breite Unterstützung im Stadtrat mit Ausnahme der Linken

Für die Bewerbung sprachen sich neben den Grünen auch Vertreter der SPD, CSU und FDP aus. Kathrin Abele von der SPD bezeichnete den Schritt als "richtigen Schritt hin zu Olympia". München bewirbt sich nämlich parallel (gemeinsam mit Hamburg, Berlin und dem Ruhrgebiet) um die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) berücksichtigt bei seiner Entscheidung über die deutsche Olympiabewerberstadt auch bereits durchgeführte Sportgroßveranstaltungen.

Ulrike Grimm von der CSU nannte die Bewerbung "einen wichtigen, mutigen Schritt", während Gabriele Neff von der FDP die positive Wirkung auf Jugend und städtischen Zusammenhalt hervorhob. Die SPD beantragte zusätzlich die Bildung eines Arbeitskreises, der kommende Sportevents koordinieren soll – angesichts angespannter Haushaltslage und notwendiger Infrastruktursanierungen wie Brücken.

Kritik von der Linken wegen finanzieller Prioritäten

Als einzige Fraktion zeigte sich Die Linke kritisch. Brigitte Wolf erklärte: "Wir würden vielleicht zustimmen, wenn die Haushaltslage anders wäre." Sie verwies auf Kürzungen bei Projekten wie "Mini München" (um etwa eine halbe Million Euro) und der abgeblasenen Sanierung eines Jugendtreffs aus finanziellen Gründen. Der Stadtrat setzte jedoch mehrheitlich andere Prioritäten und entschied sich für die WM-Bewerbung.

Die Leichtathletik-WM würde rund 2200 Athleten aus 195 Nationen in 50 Wettkämpfen nach München bringen. 2022 fanden im Olympiastadion bereits die European Championships statt, was die Infrastruktur erprobt hat. Die endgültige Entscheidung über die Vergabe der WM 2029 oder 2031 steht noch aus, doch München positioniert sich damit als ernstzunehmender Kandidat im internationalen Sportgeschehen.

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