München strebt nach EM-Erfolg die Leichtathletik-Weltmeisterschaft an
Vier Jahre nach der erfolgreichen Ausrichtung der Leichtathletik-Europameisterschaft im Jahr 2022 setzt München nun den nächsten sportpolitischen Meilenstein. Die bayerische Landeshauptstadt bewirbt sich offiziell um die Austragung der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in den Jahren 2029 oder 2031. Dieser Schritt unterstreicht den ambitionierten Anspruch Münchens, sich als internationale Sportmetropole von Weltrang zu etablieren.
Stadtrat gibt grünes Licht für ambitioniertes Vorhaben
Der Münchner Stadtrat hat in seiner jüngsten Vollversammlung mit einer deutlichen Mehrheit den Weg für die Bewerbung freigemacht. Bis Anfang April müssen nun die vollständigen Unterlagen einschließlich verbindlicher Finanzierungszusagen und Garantien beim Weltverband World Athletics eingereicht werden. Verena Dietl, die für Sport zuständige Bürgermeisterin der Stadt, betonte die weitreichende Bedeutung dieses Projekts: „Eine begeisternde Weltmeisterschaft in unserem ikonischen Olympiapark wäre ein großer Gewinn für den Sport, für unsere Stadtgesellschaft und für die internationale Strahlkraft Münchens.“
Großes Sportfest mit globaler Reichweite geplant
Für das Sportgroßereignis sind neun Veranstaltungstage mit insgesamt 50 Entscheidungen vorgesehen. An den Wettkämpfen werden etwa 2.200 Athletinnen und Athleten aus rund 195 Nationen teilnehmen. Die Wettbewerbe sollen primär im historischen Olympiastadion stattfinden, das derzeit umfassend modernisiert wird, sowie in den weiteren Sportanlagen des Olympiaparks. Besonders spektakulär: Der Marathon und die Gehwettbewerbe werden durch verschiedene Teile des Münchner Stadtgebiets führen und so die Veranstaltung direkt in die urbanen Lebensräume integrieren.
Strategische Ausrichtung und finanzielle Rahmenbedingungen
Die Stadt favorisiert dabei klar das Jahr 2031 für die Austragung. Im Jahr 2029 finden in München bereits das Deutsche Turnfest im Mai sowie die Fußball-Europameisterschaft der Frauen im Juli und August statt, was logistische Herausforderungen mit sich bringen würde. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf etwa 107 Millionen Euro für 2029 beziehungsweise 110 Millionen Euro für 2031. Diese Summen sollen zu gleichen Teilen vom Bund, dem Freistaat Bayern und der Stadt München getragen werden. Ein großer Vorteil ist die bereits vorhandene Infrastruktur im Olympiapark, die weitgehend genutzt werden kann.
Wichtiger Schritt auf dem Weg zu Olympischen Spielen
Die Bewerbung um die Leichtathletik-Weltmeisterschaft wird auch als strategisches Warmlaufen für ein noch größeres Ziel betrachtet: München strebt die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 an. Die für die Spiele 1972 errichteten Anlagen stehen dabei im Mittelpunkt der Überlegungen. Allerdings ist noch nicht entschieden, welche deutsche Stadt oder Region letztlich für die Olympia-Bewerbung ins Rennen gehen wird. Die nächste Leichtathletik-WM findet 2027 in Peking statt. Der Weltverband World Athletics will bis September dieses Jahres über die folgenden Ausrichter entscheiden.



