Zehnkampf-Star Leo Neugebauer: Vom WM-Triumph zu Winter-Olympia-Emotionen
Neugebauer über Winter-Olympia: „Beim Rodeln mitgeschwitzt“

Zehnkampf-König Neugebauer: Winter-Olympia-Emotionen und neue Ziele

Er ist der aktuelle Zehnkampf-Weltmeister, Deutschlands Sportler des Jahres und hält mit 8961 Punkten den deutschen Rekord. Leo Neugebauer (25) blickt auf einen beeindruckenden Werdegang zurück, der mit der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 begann und mit dem WM-Titel 2025 gekrönt wurde. Im exklusiven Interview verrät der König der Athleten nun seine Gedanken zu Winter-Olympia, seiner neuen Partnerschaft und den kommenden Herausforderungen.

Emotionale Momente vor dem Bildschirm

„Oh, yes!“ antwortet Neugebauer auf die Frage, ob er als Sommer-Sportler auch Winter-Olympia verfolgt. Ein besonderer Moment war für ihn der Goldgewinn von Max Langenhan im Rodeln. „Ich habe das gemeinsam mit meiner Mutter live geschaut. Ich in Austin, Texas, vorm Bildschirm – sie in Leinfelden bei Stuttgart. Da habe ich mega mitgefühlt, weil ich diese Situation sehr gut kenne, wenn es genau JETZT darauf ankommt. Ich habe sogar ein bisschen mitgeschwitzt“, erzählt der Athlet begeistert. Als die Nationalhymne erklang, sangen Mutter und Sohn sogar gemeinsam mit.

Faszination für Wintersportarten

Welchen Wintersport würde der Zehnkämpfer gerne einmal ausprobieren? „Hm, schwer zu sagen“, überlegt Neugebauer. „Ich finde außer meiner eigenen viele Sportarten sehr beeindruckend. Als Athlet hat man zu allen Sportarten eine Beziehung“. Besonders fasziniert ihn der Eiskunstlauf, speziell der Paarlauf. „Diese krassen Moves, die die machen. Hochwerfen, in der Luft drehen, trotzdem perfekt landen – das ist faszinierend“. Aber auch Curling schaut er sich gerne an.

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Leben nach dem WM-Triumph

Wie hat sich sein Leben in den knapp fünf Monaten seit dem WM-Titel verändert? „Die Silbermedaille bei Olympia war auch schon ein Riesen-Erfolg und hat mein Leben verändert. Natürlich hätte ich gerne Gold gehabt, aber ich habe in Paris viel mehr gewonnen als verloren“, reflektiert Neugebauer. Doch der WM-Titel fühlte sich noch intensiver an. „Trotzdem hat es sich noch viel krasser angefühlt, ein Jahr später bei der WM ganz oben zu stehen, unsere Flagge ganz oben zu sehen und die Nationalhymne zu hören. Das war schon etwas sehr Emotionales“.

Konkret geändert hat sich auch die Post: „Ja, die gibt es immer mal wieder“, lacht er auf die Frage nach Liebesbriefen. Finanziell lohne sich der Titel: „In der Leichtathletik nicht unbedingt. Auf der anderen Seite habe ich mir meine persönliche Brand aufgebaut, das hilft natürlich auch. Finanziell lohnt es sich generell immer, Weltmeister zu werden. Das Coole ist, dass ich echt gut davon leben kann, ohne nebenbei noch einen Job haben zu müssen“.

Neue Partnerschaft mit Red Bull

Wie viele olympische Top-Sportler wird Neugebauer jetzt von Red Bull unterstützt. „Es gibt so viele Bereiche, in denen Red Bull Athleten unterstützt. Allein das Athlete Performance Center in Salzburg, das ist gerade auch für einen Zehnkämpfer ein Riesen-Ding“, erklärt er. Die Regeneration nach Wettkämpfen sei dabei besonders wichtig. „Es ist einfach ein geiles Gefühl, jetzt Teil des Teams zu sein. Ich glaube, es wird auch sehr spaßig, weil ich ja ein Athlet bin, der für jeden Spaß zur Verfügung steht“.

Zur Begrüßung im Team wurde er von Ex-Rennfahrer Daniel Abt in einem für die Straße zugelassenen Rennauto am Münchner Flughafen abgeholt. „Es war eine Riesen-Überraschung und einfach ein tolles Erlebnis – obwohl ich nicht selbst fahren durfte“, erzählt Neugebauer. Motorsport-affin ist er dennoch: „Die Formel 1 ist ganz oben bei mir. Ich liebe Autos und selbst zu fahren“. In Austin gehe er regelmäßig auf die Kart-Bahn. „Einen Motor unter sich zu haben, die Ideal-Linie zu finden, sich auch mal zu drehen – das macht einfach Bock“.

Treue zum VfB Stuttgart

Wird er durch die Red Bull-Partnerschaft jetzt RB-Leipzig-Fan? „Nein! Ich bin stolz, Athlet des VfB Stuttgart zu sein. Das wird mein Verein bleiben“, betont Neugebauer entschieden. „Ich komme aus der Nähe von Stuttgart und da bleibt mein Herz. Und der VfB hat momentan auch einen guten Lauf. Es ist ein guter Zeitpunkt, VfB-Fan zu sein“.

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Nächste sportliche Ziele

Wann setzt er seinen Erfolgs-Lauf fort? „Nach der WM bin ich viel hin und her gereist, hatte viele Termine und immer mal wieder 'ne Party. Das hat Spaß gemacht, aber jetzt läuft in Austin die Saisonvorbereitung an“, erklärt der Athlet. „Ich brauche hartes Training, und ein Ziel, auf das ich hinarbeite“.

Sein Plan für dieses Jahr: „Ich versuche, in diesem Jahr vier statt drei Zehnkämpfe zu machen, der erste wird im Mai in Götzis in Österreich sein. Und dann wird mein Fokus natürlich auf der EM liegen“. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren, während der Zehnkampf-Star weiterhin von seinen Winter-Olympia-Erlebnissen schwärmt und motiviert in die Zukunft blickt.