Neue Technik, neue Erfolge: Ogunleye startet optimistisch in die Saison
Die deutsche Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Ogunleye hat für die anstehende Wettkampfsaison Feinjustierungen an ihrer Technik vorgenommen. Besonders die Drehstoßtechnik, die sie in den vergangenen Monaten intensiv trainiert hat, funktioniert bereits vor den deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund überraschend gut und lässt auf weitere Erfolge hoffen.
Gezielte Veränderungen zeigen frühe Früchte
„Wir haben nicht viel verändert, aber das, was wir verändert haben, braucht einfach ein bisschen Zeit. Und dass es jetzt schon so früh gefruchtet hat, ist natürlich sehr, sehr gut“, erklärte die 27-jährige Athletin vor ihrem Auftritt bei den Hallenmeisterschaften. Diese positive Entwicklung sei ein deutlicher Fingerzeig in die Richtung, in die das Team gemeinsam arbeiten wolle.
Nach einem schwierigen Jahr im Anschluss an ihren olympischen Gold-Coup in Paris sieht sich Ogunleye nun wieder auf einem guten Weg zurück zu alter Stärke. Die gezielte Umstellung ihrer Drehstoßtechnik spielt dabei eine zentrale Rolle. „Ziel ist es, die Schnelligkeit auf die Kugel zu bekommen. Die größte Baustelle ist das Warten, bis ich die Kugel ausstoßen darf“, beschrieb sie den komplexen Prozess, der wie eine immer wieder abzuspielende Choreografie funktioniere.
Überzeugende Wettkampfbilanz und ehrgeizige Ziele
Ihre drei Wettkämpfe in diesem Jahr hat die Kugelstoßerin allesamt gewonnen. Mit einer Weite von 19,86 Metern, die sie Ende Januar erreichte, präsentierte sie sich bereits in vielversprechender Frühform. In Dortmund peilt die 27-Jährige nun die erfolgreiche Titelverteidigung an – es winkt der insgesamt dritte Triumph auf der DM-Bühne in Folge.
Das Jahr nach dem Olympiasieg in Paris gestaltete sich für Ogunleye persönlich als besondere Herausforderung. „Auf so einen Sieg kann man keinen Athleten vorbereiten“, reflektierte sie. Alles, was außerhalb des Kugelstoß-Rings auf sie eingeprasselt sei, habe sie zunächst überwältigt. Zusätzliche Termine und Verpflichtungen hätten wertvolle Trainingszeit gekostet.
„Dieses Gleichgewicht zu halten, von dem Leben in der Öffentlichkeit, aber gleichzeitig auch weiterhin dieses Leistungsniveau zu halten, das ist die große Herausforderung für jeden Athleten, der erstmal so einen Erfolg hat“, beschrieb sie die doppelte Belastung, die mit olympischem Gold einhergeht.
Technische Anpassungen in idealer Saison
Bei der vergangenen Weltmeisterschaft in Tokio hatte es mit 19,33 Metern nur zu Rang sechs gereicht – ein Ergebnis, das unter den eigenen Möglichkeiten lag. Eine Saison ohne Olympische Spiele oder Freiluft-Weltmeisterschaften erweise sich nun als ideal für technische Anpassungen. „Wenn man etwas verändern will, dann in diesem Jahr“, betonte die Hallen-Vizeweltmeisterin von 2024.
Der aktuelle Fokus liege darauf, die neue Bewegung zu stabilisieren. „Und dann bin ich mir sicher, dass es noch ein bisschen weiter gehen kann“, zeigte sich Ogunleye zuversichtlich. Die Grundlagen seien gelegt, nun gelte es, die verfeinerte Technik in den Wettkampf-Alltag zu integrieren und zu festigen.
Europameisterschaft und Hallen-WM als Saisonhöhepunkte
Im Sommer steht als Saisonhöhepunkt die Europameisterschaft in Birmingham (10. bis 16. August) an. Bei der Hallen-Weltmeisterschaft im polnischen Torun (20. bis 22. März), dem Highlight der Wintersaison, hofft Ogunleye auf eine Wiederholung ihres Erfolges von 2024, als sie die Silbermedaille gewann.
„Wenn ich an Torun denke, muss ich so ein bisschen an Glasgow denken“, sagte sie schmunzelnd mit Blick auf ihre Leistung von vor zwei Jahren. Der Kampf um Medaillen sei „immer da. Das ist nie ausgeschlossen“. Gleichzeitig betonte sie den hohen internationalen Standard: „Aber wir sind weltweit aktuell so gut, so viele, die jetzt aktuell über 20 Meter schon gestoßen haben.“
Ihr persönlicher Anspruch bleibe unverändert hoch: „Ich will natürlich 20 Meter anbieten. Das ist immer der Anspruch an mich selbst bei den internationalen Meisterschaften“, bekräftigte die Olympiasiegerin. Mit ihrer justierten Technik und der gewonnenen Wettkampfpraxis sieht sie sich gut gerüstet für die Herausforderungen der kommenden Monate.



